Eine Publikation der Binkert Medien AG
Bito als solider Partner mit hoher Innovationskraft: Ausgabe 12/2014, 16.12.2014

Shuttle oder doch RBG?

Die effiziente Lagerung und Bereitstellung von kleinen Teilen in Behältern erfordert hoch integrierte automatische Logistiksysteme. Bis vor einigen Jahren setzten die Systemintegratoren dabei auf automatische Kleinteilelager (AKL), die mit klassischen Regalbediengeräten (RBG) versorgt wurden. Seit einiger Zeit geht ein Trend in Richtung Shuttle-bediente Anlagen. Welches System nun das geeignetere ist, hängt von der jeweiligen Aufgabe ab.

Bito liefert als Partner der Systemintegratoren für Shuttle- wie auch für RBG-Anlagen die passende, innovative Regaltechnik. Wie diese die Lösungen optimiert, zeigen beeindruckende Projekte.

«Der Anteil von Shuttle-Anlagen bei auto­matisierten Projekten hat sich mittlerweile bei etwa 20 Prozent eingependelt», kennt Michael Fritz, Bereichsleiter für automatisierte Läger bei Bito, den Markt. «Sie sind für bestimmte Anwendungen im automatischen Kleinteile-Handling fest etabliert und eignen sich zum Beispiel für Unternehmen, die schnell wachsen und ganz unterschiedliche Produkte lagern», erklärt der Bito-Experte. Sie sind modular und skalierbar. Damit lassen sich Gassen, Ebenen und auch die Anzahl der Shuttles bei steigender Leistung jederzeit erweitern. Aber die meisten Projekte werden nach wie vor klassisch mit RBG realisiert – es findet mit der Shuttle-Technik also keine Ablösung statt. Die Frage ist nicht «entweder – oder», sondern: Welches System bietet den grössten Nutzen für den Kunden?

Herausforderung Shuttle-System

Im Gegensatz zum klassischen AKL mit Regalbediengeräten trägt beim Shuttle-Lager die Regalkonstruktion die Geräte. «Für uns als Regalhersteller besteht die Herausforderung darin, dass aus Regaltechnik und Shuttle immer stärker eine Funktionseinheit wird, die sehr genau aufeinander abgestimmt sein muss», erklärt Michael Fritz. Erhöhte Anforderungen bestehen zum Beispiel an Toleranzen und Durchbiegung. Eine weitere Herausforderung liegt auch darin, dass jeder Hersteller von Shuttle-Systemen seine individuellen Schienen oder Profile hat. Diese erfüllen zwar alle ähnliche Ansprüche, sind jedoch unterschiedlich kon­struiert. «Unser Inte­resse ist es daher, mit unserer Regaltechnik trotz unterschiedlicher Systeme einen hohen Grad an Einheitlichkeit zu schaffen, um durch so etwas wie Standardisierung Mengeneffekte zu realisieren», beschreibt Michael Fritz. Um das sicherzustellen, hat Bito einen breit gefächerten Baukasten an Regalstützen, profilierten Fachpaneelen sowie speziell entwickelten Shuttle-Schienen im Programm, die diese Paneele aufnehmen können. «Besondere Aufmerksamkeit widmen wir den Stossstellen der Shuttle-Schienen», betont Michael Fritz. «Die exakte Masshaltigkeit in allen Shuttle- Gängen sowie nahezu nahtlose Übergänge sind für die reibungslose Funktion der Fahrzeuge ausschlaggebend.»

Die Systemfrage

Für welches System sich der Lagerbetreiber entscheidet, ist eine Frage von Leistung, Kapazität – bezogen auf die benötigte Fläche –, Energieverbrauch und Verfügbarkeit. Wichtig sind zudem Faktoren wie Flexibilität und Erweiterbarkeit. «Die Regaltechnik für Shuttle-Anlagen ist aufwendiger als die für klassische AKL-Lösungen, weil die Schienen im Regal integriert sind», erklärt Michael Fritz. «Dafür lassen sich Shuttle-Anlagen während des Betriebs einfacher warten.» Dazu kommt die Redundanz. Damit sparen Anlagenbetreiber deutlich Kosten. Der Bito-Bereichsleiter stellt klar: Es kommt ganz auf die Anwendung an.

Individuell gelöst – reibungsloser Einsatz

Ein Shuttle-Lager hat zum Beispiel die Dehn + Söhne GmbH + Co. KG mit Hauptsitz in Neumarkt in der Oberpfalz erfolgreich im Einsatz. Das international tätige Familienunternehmen mit rund 1600 Mitarbeitern beschäftigt sich mit Überspannungs-, Blitz- und Arbeitsschutz für Gebäude sowie elektrische und elektronische Anlagen. Das Shuttle-Lager stellt die Produktions- und Versandversorgung sicher. Es besteht aus 5 Gassen mit 36   Ebenen. Pro Gasse sind 5 Shuttles im Einsatz. Der Durchsatz kann bis zu 1500 Behälter pro Stunde betragen. Über eine Fördertechnik ist die Regalanlage an 6   Kommissionierplätze, an den Warenein- und -ausgang sowie an 2 Vorzonen-Loops angebunden. Bito realisierte gemeinsam mit dem Generalunternehmer Unitechnik Systems GmbH als Partner dieses Projekt. Das Unternehmen aus Wiehl zählt zu den führenden Anbietern von Industrieautomatisierung und Informatik.

Nicht nur auf der Strasse schnell

Auf ein AKL mit RBGs setzt dagegen der Sportwagenbauer Porsche in seinem zent­ralen Ersatzteillager im wenige Kilometer von Stuttgart entfernten Sachsenheim. Als Generalunternehmer wurde die Witron Logistik + Informatik aus dem bayrischen Parkstein beauftragt. Gemeinsam mit Bito realisierte der Anbieter von automatisierten Logistiksystemen ein zwölfgassiges AKL, in dem bis zu 75 000 verschiedene Artikel in 170 000 Behältern gelagert werden. An 16 Arbeitsplätzen kommissionieren die Mitarbeiter direkt in einen durch eine Volumenkalkulation ermittelten Versandkarton oder in einen Mehrwegbehälter. Das Regal­system wurde anschliessend um 2, dann nochmal um 6 Gassen erweitert. Porsche verfügt in diesem Ersatzteillager über fast 267 000 Stellplätze.

Auch der Medizintechnikhersteller Bort aus Weinstadt bei Stuttgart hat mit einem klassischen AKL einen höheren Nutzen. Die Mitarbeiter entwickeln, produzieren und vertreiben hochwertige Medizinprodukte, Bandagen und Orthesen. Der Anbieter von Intralogistiksystemen und Intralogistiksoftware, viastore, realisierte das Distributionszentrum schlüsselfertig. Es besteht aus einem sogenannten Bulk-Lager mit rund 12 000 Regalfächern für Bitoboxen in doppelt tiefer Lagerung und 2 Regalbediengeräten sowie einem Kommissionierlager mit etwa 11 000 Regalfächern und 4 Regalbediengeräten. Für die Kommissionierung stehen 1442 Greifkanäle mit Pick-by-Light-Anzeigen sowie ein weiterer ergonomischer Kommissionier­arbeitsplatz zur Verfügung. Ein High-Speed-Loop regelt die schnelle Verbindung von Lager, Kommissionierung und Verpackung. Bito lieferte für dieses Projekt Bitoboxen XL mit Doppelboden in verschiedenen Höhen sowie die Regaltechnik und Bühnen aus einer Hand.


Info
Bito-Lagertechnik
Bittmann AG
6343 Rotkreuz
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Shuttle-Anlagen eignen sich zum Beispiel für Unternehmen, die schnell wachsen und ganz unterschiedliche Produkte lagern. (Bilder: Bito)


Die Regaltechnik für RBG-AKL ist nicht so aufwendig wie bei den Shuttle-Anlagen.


Michael Fritz: «Eine exakte Masshaltigkeit der Regale sowie nahezu nahtlose Übergänge der Schienen sind für die reibungslose Funktion der Shuttles ausschlaggebend.»