Eine Publikation der Binkert Medien AG
Hyundai-Staplerflotte im harten Verzinkerei-Einsatz : Ausgabe 05/2014, 07.05.2014

Hart im Nehmen, genügsam bei der Wartung

Das Szenario stellt höchste Anforderungen an die Verfügbarkeit der eingesetzten Flurförderzeuge: Die sehr aggressive Umgebung, Luftfeuchtigkeit und Staub in der Verzinkerei hinterlassen Spuren an den Fahrzeugen. Die Partikel setzen sich praktisch überall am Stapler fest. Stapler mit einer Resistenz gegen solche Einsatzbedingungen sind gefragt. Hyundai-Flurförderzeuge sind die richtige Wahl für solche herausfordernden Aufgaben.

Die im ostwestfälischen Rietberg ansässige Seppeler-Gruppe ist ein Verbund mehrerer Verzinkereien. Dazu gehört auch seit 2011 die in Holdorf, 45 km nördlich von Osnabrück, ansässige Feuerverzinkerei Holdorf mit heute hundert Mitarbeitern. Spezialität dieses Unternehmens ist die Verzinkung sehr spezieller Komponenten – etwa ganzer Gülletankwagen. Diese werden in einem Stück in einem der breitesten Kessel Deutschlands (Kesselarbeitsmass 9800 × 2200 mm) verzinkt.

Im Gegensatz zu anderen Betrieben, welche die meisten Transporte deckengestützt mit Krananlagen durchführen, setzt das Holdorfer Werk auf eine Flotte von aktuell neun Hyundai-Gabelstaplern mit Traglasten von 3300, 4000 und 8000 kg. Für Vertrieb und Service zeichnet der Hyundai-Vertragshändler Kornetzki Gabelstapler-Vertrieb aus Melle verantwortlich. Eingesetzt werden Geräte aus der Serie 7, und zwar: 3 × 33D-7E, 48 kW, Traglast 3300 kg/500 mm LSP, Hubhöhe 3600 mm; 5 × 40-DS-7E, 68 kW, Traglast 4000 kg/600 mm LSP, Hubhöhe 3500 mm und 1 × 80D-7E, 75 kW, Traglast 8000 kg/600 mm LSP, Hubhöhe 4500 mm.

Robust und leistungsfähig

Alle Stapler werden von Kubota- oder Hyun­dai-Motoren angetrieben, haben einen Wandlerantrieb und wartungsfreie nasse Lamellenbremsen. Die südkoreanischen Frontstapler gelten als robuste Maschinen, die bei kompakten Abmessungen gute Resttragfähigkeiten bieten. So hat der 40DS-7E mit Triplexmast bei TF 600 insgesamt 6000 mm Hubhöhe und bietet mit zwillingsbereifter Vorderachse bei voller Hubhöhe 3200 kg Resttragkraft. Besonders kompakt ist der 80D-7E, der nur 2500 mm Radstand aufweist und eine Gesamtlänge bis zum Gabelträger von 5000 mm bietet. Der 20 t wiegende Midrange-Stapler kann mit Triplexhubgerüsten bis zu 6070 mm Hubhöhe bestückt werden.

Wartungsfreundlich

Alle Hyundai-Stapler zeichnen sich durch ein übersichtliches Maschinen-Layout mit zentralisierten Wartungspunkten für die tägliche Kontrolle der Betriebsstoffe aus. Fahr- und Hubgeschwindigkeiten lassen sich auf den jeweiligen Fahrer einstellen. Übersichtliche Elektrik und im Falle des 8-Tonners eine seitlich kippbare Kabine erleichtern die Wartung. Bei allen Frontstaplern der Serie 7 kann der Fahrer zwi-schen drei Arbeitsmodi wählen und so Geschwindigkeit, Feinfühligkeit und Treibstoffverbrauch in einem weiten Bereich beeinflussen. Alle Stapler dieser Serie haben 500 Stunden Wartungs-/Ölwechselintervall beim Motor – das Hydrauliköl hat eine Standzeit von 3000 Stunden, die mit Feinfiltern auf bis zu 5000 Betriebsstunden verlängert werden kann.

Harter Einsatz

Die neuen Dieselstapler leisten jährlich im Zweischichtbetrieb bis zu 2000 Stunden und werden nach Ablauf der zweijährigen Garantie mit einem Wartungsvertrag auf hoher Verfügbarkeit gehalten. Gert Ritter leitet den Stapler- und Lkw-Fuhrpark und suchte robuste Maschinen mit überschaubarer Technik. «Speziell für die grossen Teile benötigten wir einen sehr leistungsfähigen und kompakten Stapler, da passte der nur 3960 mm lange Hyundai D80-7E bestens in unsere Infrastruktur. Sämtliche Stapler sind mit Duplex-Vollfreisichthubgerüsten und 2400 m langen Gabeln bestückt. Zinkenversteller mit integriertem Seitenschieber bezog man bei Kaup.

Vollkabine und SE-Bereifung sind die typischen Sonderausstattungen, welche die Holdorfer ordern. Der 8-Tonner wurde mit einem Grammer-Luftfedersitz ausgerüstet und nachträglich von Luft- auf SE-Bereifung umgerüstet. Der Einsatz ist in Verzinkereien mit aggressiven Medien und hoher Feuchtigkeit, die sich auch auf allen Staplerkomponenten verteilen. Aufgabe der gelben Hyundai-Flotte ist primär der Materialtransport im Werk sowie die Be- und Entladung der 13 eigenen Last­züge wie auch der Kundenfahrzeuge. Die immer grösser werdenden Stahlkonstruktionen, speziell aus der Stallausrüstungsindustrie von Landmaschinenherstellern und Stahl­bauern, erfordern grosse Stapler. Dazu Ritter: «Die Gülletransportwagen werden immer grösser, derzeit wiegen die Tanks schon bis zu 5000 kg mit steigender Tendenz – hier müssen wir staplermässig mitwachsen.» Ausfälle kann man sich nicht leisten, denn zu tun gibt es für die von einem festen Mitarbeiterkreis pilotierten Maschinen reichlich.

Die Maschinen sind gefordert

Der Verzinkerei-Einsatz stellt an Mensch und Maschine wegen der teilweise sehr aggressiven Umgebung (Stichwort Säurebäder) hohe Anforderungen. Hyundai-Podukte sind technisch auf dem aktuellen Stand, allerdings, so betont Kornetzki, nicht überfrachtet mit extensiver CanBus-Kommunikation und ausufernden E-Platinen. Natürlich zehrt der Einsatz gelegentlich an Schaltern, Kontakten und Relais – aber auffällig sind die Maschinen während der ersten 2000 Betriebstunden im Innen- und Ausseneinsatz nicht geworden. Kornetzki hat derzeit neun Monteure im Aussendienst und ordnet diese jeweils festen Kundengruppen zu. So lassen sich Reaktionszeiten und First-fix-Raten von über 70 Prozent realisieren.


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Typische Aufgabe in Holdorf: Hyundai-Dieselstapler 40DS-7E beim Abladen von Stahl­komponenten für das Verzinken. Die 2400 mm langen Gabeln gestatten das Abladen von einer Lkw-Seite. (Bilder: Hyundai Heavy Industries)