Eine Publikation der Binkert Medien AG
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Leichtbaukransysteme helfen in luftiger Höhe beim Fassadenbau : Ausgabe 06/2014, 11.06.2014

Stahl-Glas-Fenster passgenau montiert

Licht und Linderung soll das in eine Glashülle gepackte neue Bettenhaus des «Triemlispitals» in Zürich nach seiner Inbetriebnahme ab 2015 den Patienten bieten. Eine Schlüsselrolle bei der Montage übernehmen die Leichtbaukransysteme aus dem Hause Eepos.

Die Leichtigkeit seiner ins Landschafts- und Stadtbild eingebetteten Architektur wird bereits während der Bauphase durch die leichtgängigen Eepos-Kransysteme gespiegelt. Ohne deren flexible und leichtgewichtigen Eigenschaften könnten die bis zu 5 m breiten und 2,50 m hohen Stahl-Glas-Elemente des Fassadenbaus des 50 m hochragenden Krankenhauses nicht fristgerecht eingepasst werden.

Der nach aussen künstlerisch wirkende Ergänzungsbau bietet innerhalb des kompakt gegliederten Ensembles flexibel nutzbaren Platz für 550 Stationsbetten der Züricher Klinik für Stadt und Kanton. Hingucker und montagetechnische Herausforderung zugleich des nach Ost-West ausgerichteten Neubaus ist dessen moderne gläserne Hülle. Zu ihr gehören auch die umlaufenden Serviceschichten, die fein moduliert geformt sind und zudem als Blendschutz einen zu direkten Einfall der Sonnenstrahlen verhindern werden. Eine besondere Herausforderung ist dabei der Fassadenbau: Die raumhohen Fenster sind nicht nur schwierig zu transportieren, vor allem die Einpassung in die Fassade ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Auf Aluschienen geradlinig in die richtige Position

Bis zu 800 kg sind die Konstruktionen aus Stahl und Glas schwer, die in luftiger Höhe schwebend auf ihre Montage an der Bettenhausfassade warten. Der Transport dieser Schwergewichte wird mithilfe von Eepos-Aluschienen, die selbst nur 10 kg/m wiegen, realisiert. Gesucht war dafür ein robustes System, das einen häufigen Auf- und Abbau toleriert, der zudem möglichst unkompliziert zu bewältigen sein sollte. Des Weitern müssen mit dem Kransystem Platten bewegt werden, die bis zu 5 m breit und 2,50 m hoch sind und fast 1 t wiegen: Keine «leichte» Aufgabe, im wahrsten Sinne des Wortes. Für den Fassaden­bau der Züricher Klinik wurde das darauf spezialisierte Unternehmen Hartmann + Co   AG/SA beauftragt. Grundsätzlich stellt eine Einschienenkranbahn die einfachste Möglichkeit des geradlinigen Schwergewichts­transports dar: Sie ist kostengünstig, hat eine geringe Bauhöhe und ist einfach zu handhaben.

Baukastensystem

Auf der Suche nach einem für dieses spezielle Projekt optimal geeigneten, hochwertigen und zugleich im Preisrahmen liegenden Einschienensystems zur Handhabung der Fassadenplatten stiess Hartmann + Co auf das Alu-«Baukastensystem» der Kranspezialisten der Eepos GmbH aus Wiehl im Bergischen Land. Das System wurde vom Fassadenbauer an einem eigenen Teststand vorher auf Herz und Nieren geprüft und mit anderen Herstellern verglichen. Bruno Stoll, Projektleiter «Klinikbau» beim Eepos-Vertriebspartner Hold AG dazu: «Der Fassadenbauer hat sofort die Einfachheit des Systems und dessen Zweckmässigkeit für seinen Bedarf gesehen. Hauptgründe waren, dass die Schienen universeller aufzubauen und mit 10 kg/m viel leichter sind als die Systeme von Mitbewerbern.» Konkret entschied sich die Hartmann AG für Eepos, weil deren Transportsysteme sehr leichtläufig und leicht beweglich sind und ausserdem ihre Tragfähigkeit optimal ist.

Kranschienen rundum am Bau fixiert

Bevor die Eepos-Systeme auf der Triemli-Baustelle erstmals im Frühjahr 2012 bei der Fassadenmontage als Transportwerkzeuge zum Einsatz kamen, wurde das leicht z-förmige, rund 100 m lange und 35 m breite neue Bettenhaus in der Höhe fertiggestellt, seine Mauern eingebracht und betoniert. Seinem jeweiligen Bedarf entsprechend, kann der Fassadenbauer seither selbst die Profile am Rohbau befestigen. Die Fensterplatten werden dabei von oben nach unten montiert. Für jede Fassadenmontagephase werden jeweils 150 m Kranschienen rundum am Bau fixiert. Mithilfe des Baugerüsts werden die Kranschienen umlaufend zunächst oberhalb des obersten Stockwerks an der Fassade befestigt. Von dieser Position aus werden drei Etagen mit raumhohen Fensterplatten bestückt; dazu werden diese Etagen vom Baugerüst befreit. Die auf einem Transportbalkenkorsett vom Hersteller gelieferten Scheiben sind in Bauhöhe auf einem Behelfspodest zwischengelagert. Ab hier kommt Eepos ins Spiel: Ein auf dem Podest montiertes Behelfskranwerk entnimmt die Glasscheiben der Transportsicherung mit einem speziellen Hebezeug, einem akkubetriebenen Vakuumsauger. Fingerspitzengefühl und zuverlässig funktionierende Greifwerkzeuge sind hier gefragt. Um ein Kippen der riesigen Fenster zu vermeiden, müssen diese am exakten Mittelpunkt gegriffen werden.

Positionierung erfordert millimetergenaue Feinarbeit

Nach dem Verfahren aus der Park­position wird das ebenso mächtige wie zerbrechliche Stahl-Glas-Element dann an die an der Fassade befestigte Eepos-Montagehilfe übergeben, abermals mit einem Vakuumgreifer aufgenommen und von der Ausgangsparkposition via Einschienensystem entlang der Fassade in die gewünschte Endstellung geschoben. Millimetergenaue Feinarbeit ist dabei nötig, denn keine Scheibe ist exakt wie die andere. Umso wichtiger wird bei dieser Aufgabe der Faktor «Leichtgängigkeit» der Kransysteme auch unter Last. Je Scheibe sind bis zu 800 kg zu bewegen. Der Eepos-Systembaukasten bietet dazu mit seinen XS- bis XXL-Profilen und den hochwertigen Aluminiumfahrwerken ein auf die Kundenanforderungen abgestimmtes Kransystem für eine Tragfähigkeit von bis zu 2000 kg.

Perfekter Leichtlauf

Die besondere Anordnung der Rollen an bzw. in den Fahrwerken gewährleistet jederzeit einen perfekten Leichtlauf. Auch bei Seitenkräften, aufwärts gerichteten Kräften oder Schrägzug gibt es kein Verkanten. Der harte Kunststoff der Rollen ist nahezu abriebfrei. Die gewichtsoptimierten, leichtlaufenden Kranprofile werden mit den fortschrittlichsten Methoden entwickelt, analysiert und im Strangpressverfahren aus einer hochfesten Alumi­niumlegierung in Deutschland hergestellt. Sind alle drei Etagen mit Fensterplatten ausgerüstet, wird das Kransystem demontiert und am neuen Einsatzort – drei Stockwerke tiefer - wieder angebracht. Die Systeme werden etwa einmal pro Woche umgerüstet. «Durch den sachgerechten Umgang der Fassadenmannschaft mit dem Kransystem sieht das System noch immer aus wie neu», freut sich Projektleiter Stoll von der Hold AG. Seine Zwischenbilanz der Fassadenbau-Bewährungsprobe: «Der Fassadenbauer ist zufrieden – die Eepos-Schienen haben sich als unverwüstlich erwiesen.»


Info
Eepos GmbH
Aluminium Kransysteme
DE-51674 Wiehl-Marienhagen
Tel. +49 2261 546 37 0
Fax +49 2261 546 37 129
info@eepos.de, www.eepos.de




Die Alu-Einschienenbahnen sind bei der Fassadenmontage am Triemlispital in Zürich im Einsatz. (Bilder: Eepos)


Millimetergenau muss jedes einzelne Fassadenelement platziert werden.


Mithilfe eines Behelfskranwerks gleiten die Fensterelemente vom Transportrahmen zur Gebäudewand und werden an den Fassadenkran übergeben.