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Fahrer-Assistenzsystem Linde Safety Pilot setzt Massstäbe : Ausgabe 06/2014, 12.06.2014

Technischer Durchbruch in Sachen Sicherheit

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Beim Betrieb mit Gabelstaplern gilt menschliches Versagen als häufigste Ursache für Arbeitsunfälle. Durch unzureichendes Wissen oder mangelnde Konzentration der Fahrer kommt es zu Fehlbedienungen, in deren Folge das Fahrzeug kippen und es zu schwersten Verletzungen, Schäden an Ladungsträgern und der Betriebseinrichtung sowie nicht zuletzt massiven Störungen im Logistikablauf kommen kann. Abhilfe verspricht ab sofort das elektronische Fahrer- Assistenzsystem Linde Safety Pilot.

Über ein Display am Fahrerarbeitsplatz unterstützt der Linde Safety Pilot den Staplerfahrer beim sicheren Umgang mit seinem Arbeitsgerät und hilft, gefährliche Situationen zu vermeiden. Damit wird das Unfallrisiko minimiert und die Arbeitssicherheit erhöht.

Verantwortung liegt beim Staplerfahrer

Nach den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften sind Flurförderzeuge so zu betreiben, dass ihre Standsicherheit erhalten bleibt. Damit wird letztlich dem Staplerfahrer die Verantwortung dafür übertragen, dass er nicht mehr als die zugelassene Traglast auf die Gabelzinken hebt, den Lastschwerpunkt berücksichtigt und die maximale Hubhöhe nicht überschreitet. Doch häufig sieht er sich einer Gleichung mit drei Unbekannten gegenüber, deren Werte er allenfalls grob schätzen kann. Ohne genaues Wissen um die von jedem Hersteller im Traglastdiagramm kenntlich zu machenden Angaben, kann er sich und andere jedoch in ernsthafte Gefahr bringen. Eine grosse Hilfestellung in dieser Situation verspricht der Linde Safety Pilot, denn der Fahrer braucht in Zukunft nur auf das in Augenhöhe montierte Display zu blicken, und die drei Fragezeichen lösen sich auf. Dem Bediener wird nicht nur der Lastschwerpunkt visualisiert, er liest dort ebenfalls das aktuell auf den Gabelzinken befindliche Lastgewicht, die aktuelle Hubhöhe, den Neigewinkel der Gabelzinken und die maximale Hubhöhe ab, bis zu welcher er die aufliegende Last heben darf. Um alle Angaben schnell erkennen zu können, ist das Display übersichtlich gestaltet, zeigt Bilder und wenige Zahlen.

Optische und akustische Warnungen

Doch der Linde Safety Pilot ist kein reines Anzeigeinstrument. Arbeitet der Fahrer in kritischen Bereichen oder kommt es zu Fehlbedienungen, wird er einerseits optisch und akustisch gewarnt. Andererseits greift die Fahrzeugsteuerung aktiv und regulierend ein. Möchte der Staplerfahrer beispielsweise eine Last im Regal einlagern und nähert sich dabei dem Grenzbereich der Tragfähigkeit, reduziert sich die Hubgeschwindigkeit. Hebt der Staplerfahrer die Last weiter an und erreicht die Traglastgrenze, wird das Fahrzeug abgeregelt und werden sicherheitskritische Hub- oder Neigefunktionen unterbunden. In gleicher Weise wird die Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit von Last, Hubhöhe, Neige­winkel und Lastschwerpunktabstand ge­steuert. Das heisst, der Stapler reduziert seine Geschwindigkeit immer weiter, wenn der Bediener die Last während der Fahrt anhebt.

Technisch gelöst wird das Fahrer-Assistenzsystem über Sensoren, die an verschiedenen Stellen des Fahrzeuges Daten messen und an die Fahrzeugsteuerung weitergeben. Auf diese Weise entsteht ein elektronisches Traglastdiagramm – die Grundlage des Linde Safety Pilot.

Eine Lösung – zahlreiche Funktionalitäten

Mehr Schutz vor Fehlbedienung ist aber nur ein Vorzug des innovativen Linde Safety Pilot. Hinzu kommen weitere Komfortfunktionen, die den Fahrer bei seiner Arbeit unterstützen und ihm einen spürbaren Mehrwert verschaffen. Folgende Untermenüs ruft er über einen Drehdrückknopf auf, welcher unterhalb der Bedienhebel in die Armlehne eingelassen ist:

• Hubhöhenvorwahl zur exakten Hubhöhenansteuerung auf Knopfdruck

• Hubbegrenzung zur Vermeidung von Anfahrschäden an Decken oder Toren

• Senkbegrenzung zur Lärmvermeidung und zum Schutz vor Gabelzinkenverschleiss

• Lastwaage mit praktischer Lastaddierfunktion beispielsweise zur Ermittlung der Zuladung auf einen Lkw

• Fahrdynamikeinstellungen, die vom Betreiber selbstständig geändert werden können

• Energieverbrauchsanzeige, die den aktuel­len kWh-Verbrauchswert einblendet

• Tempolimit, welches sich beispielsweise bei Fahrten mit Anhänger aktivieren lässt.

Auf den Staplerbetrieb zugeschnitten

Der Einführung des Linde Safety Pilot sind langjährige Entwicklungen und Tests vorausgegangen. «Obwohl elektronische Sicherheits-Assistenzsysteme wie ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) mitt­lerweile zur Serienausstattung vieler Pkws zählen, ist etwas Gleichartiges nicht eins zu eins auf Stapler übertragbar, sondern erfordert aufgrund der höheren Varianz hinsichtlich Traglastklassen, Reifen, Masten und Lastschwerpunkten ein spezielles technisches Know-how. Deshalb sind wir stolz, unseren Kunden mit dem Linde Safety Pilot ein auf den Stapler zugeschnittenes Assistenzsystem anbieten zu können, mit dem sie ihren Staplerbetrieb ein grosses Stück sicherer und produktiver sowie für die Staplerfahrer komfortabler und transparenter machen können», sagt Harald Will, Chief Technology Officer (CTO) bei Linde MH.

Schrittweise Einführung

In einem ersten Schritt wird der Linde Safety Pilot für die Elektrostapler Linde E20 bis E50 mit Tragfähigkeiten von 2,0 bis 5,0  Tonnen angeboten. Im Laufe des Jahres werden die Elektrostapler Linde E16 bis E20 mit 1,6 bis 2,0 Tonnen Tragfähigkeit hinzukommen.


Info
Linde Material Handling Schweiz AG
8305 Dietlikon
Tel. 044 835 23 00
Fax 044 835 23 20
info@linde-mh.ch
www.linde-mh.ch



Das Display am Fahrerarbeitsplatz. (Bilder: Linde Material Handling)


Der Staplerfahrer liest am Display des Linde Safety Pilot u. a. das auf den Gabelzinken befindliche Lastgewicht ab.


Arbeitet der Fahrer in kritischen Bereichen oder kommt es zu Fehlbedienungen, wird der Fahrer durch den Linde Safety Pilot optisch und akustisch gewarnt. Zudem greift die Fahrzeugsteuerung aktiv und regulierend ein.