Eine Publikation der Binkert Medien AG
Ratgeber: Systematisches Vorgehen bei der Materialflussanalyse: Ausgabe 07/08/2014, 25.08.2014

Der Hang zum Detail lohnt sich

Waren müssen in einem festgelegten Zeitfenster bewegt werden – und das Ganze soll auch noch möglichst kostengünstig geschehen. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich schnell, dass kaum ein Materialflusssystem dem anderen gleicht.

Exakt aus diesem Grund muss darauf geachtet werden, keinen Aspekt bei der Analyse zu übersehen. Gerade beim Materialfluss sind die Mechanismen stark miteinander verzahnt und beeinflussen sich zum Teil erheblich. Mit der nachfolgenden Checkliste kann der Logistikverantwortliche sicher sein, nichts Wichtiges zu übersehen.

Wichtige Prozesse genauer ansehen

Wenn Sie mit der folgenden Checkliste arbeiten, sollten Sie sich bei wichtigen Punkten die Zeit nehmen und einzelne Prozesse genauer ansehen. Erfahrungsgemäss verstecken sich nämlich in relativ wenigen Gliedern der Materialflusskette die meisten und grössten Optimierungspotenziale. Bei der Analyse sollte auf die Betrachtung der folgenden Punkte besonderer Wert gelegt werden:

Auftragsabwicklung:

  • Auftragsvolumina und deren Schwankungen
  • Anzahl der Artikel pro Auftrag und Stückzahl pro Artikel
  • Auftragsabwicklungsmethoden und deren Kapazität
  • Integrationsgrad der EDV

Lagerwesen:

  • Lagerkosten für Erzeugnisse nach Zentral- und Aussenlagern
  • Durchlaufvolumen für jedes Lager
  • geografischer Lieferbereich für jedes Lager
  • Personalkosten pro Lager
  • Art und Auslastung der Lagereinrichtung und -ausnutzung
  • Automatisierung und Mechanisierung der Lagereinrichtung
  • Umfang und Kosten der Lagerverwaltung

Lagerbestände:

  • Zahl und Wert der Durchschnittsbestände nach Artikeln oder Erzeugnisgruppen
  • Umschlaggeschwindigkeiten
  • Bestandspolitik
  • Kosten für in Beständen gebundenes Kapital
  • Instandhaltungs- und Versicherungskosten
  • Kosten für veraltete und verdorbene Bestände
  • Verfahren der Bestandssteuerung
  • Verfahren der Inventur

Verpackung:

  • Verpackungsarten und -kosten
  • eventuelle Umpackkosten
  • Möglichkeiten der Standardisierung

Transport:

  • Transportkosten, differenziert nach Versandart, geografischen Gebieten, Gewichts- und Volumenklassen sowie Erzeugnisgruppen
  • Transportzeiten und Zuverlässigkeiten der verschiedenen Verkehrsträger

Ungeahnte Potenziale tun sich auf

Ist die gesamte Logistikkette unter besonderer Berücksichtigung der oben genannten Materialflusselemente durchleuchtet, kommt so mancher ins Staunen, zwischen welchen Prozessabschnitten ungeahnte Optimierungspotenziale auszumachen sind.

Ein Schritt nach dem anderen

Schenken Sie bei der Analyse immer der richtigen Vernetzung zwischen den einzelnen Logistikprozessen besondere Aufmerksamkeit. Betrachten Sie hierbei nicht nur die physikalischen Prozesse, sondern sehen Sie sich auch die Informationsflüsse ganz genau an. Arbeiten Sie die Analyseerkenntnisse schrittweise ab. Sicherlich wird Ihnen nach der Analyse eine ganze Reihe von Optimierungsmöglichkeiten auffallen. Diese sollten allerdings nicht in einer gross angelegten Hauruckaktion realisiert werden. Bereits das Ausmerzen einzelner Problempunkte verbessert Ihre Logistik. Schritt für Schritt lässt sich der Weg zu optimalen Prozessen besser abarbeiten.


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Die Materialflussanalyse lässt bei manchen Logistikverantwortlichen die Glocken läuten. (Bild: Archiv)