Eine Publikation der Binkert Medien AG
Brennstoffzellenprojekt von Linde Material Handling bei der BMW-Group in Leipzig : Ausgabe 01/02/2015, 03.02.2015

Positives Zwischenfazit

Knapp ein Jahr nach der offiziellen Übergabe von vier Routenzugschleppern und fünf Gabelstaplern mit Brennstoffzellen-Hybridantrieb an das Werk der BMW-Group in Leipzig zog Linde Material Handling (MH) Anfang November eine erste Zwischenbilanz des Projektes.

Aufgrund der in den letzten Monaten gemachten Erfahrungen sind bereits wirksame technische Anpassungen vorgenommen worden, in deren Folge die Zuverlässigkeit der Geräte weiter gestiegen ist. Diesen Trend bestätigen die fortlaufenden Auswertungen des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik (Lehrstuhl fml) der Technischen Universität München (TUM), der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Im BMW-Karosseriebau des Werkes Leipzig kommen Linde-Flurförderzeuge mit Brennstoffzellen-Hybridantrieb zum Einsatz. Sie übernehmen die gleichen Transportaufgaben wie ihre Pendants mit Blei-Säure-Akku in anderen Werksteilen. Mit den aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnissen werden die Fahrzeuge weiter optimiert. «Die in Leipzig eingesetzten Stapler Linde E 25 HL und Linde E 35 HL mit 2,5 und 3,5 Tonnen Tragfähigkeit verfügen über ein neu entwickeltes Brennstoffzellensystem mit 80 Volt Spannung. Seit dem Projektstart haben wir bei den Gabelstaplern sukzessive Opti­mierungen am Fahrzeug vorgenommen», berichtete Mark Hanke, Abteilungsleiter Konstruktion Flurförderzeuge Linde MH. Dazu zählten beispielsweise Updates der brennstoffzelleninternen Software. «Die Informationen aus dem täglichen Einsatz der Geräte bei BMW in Leipzig sind für uns sehr wertvoll und ergänzen eigene Testläufe auf unserem Versuchsgelände», sagte Hanke weiter. Wie sich diese Optimierungen auswirken, dokumentiert der Lehrstuhl fml der TUM. «Wir werten u. a. kontinuierlich die einzelnen Ereignismeldungen und Service­berichte aus und ermitteln auf diese Weise in Verbindung mit dem Wartungsaufwand die technische Verfügbarkeit der Geräte. Zusammen mit der zeitlichen Bewertung der Handhabungsschritte während der Wasser­stoffbetankung ergibt sich daraus die ‹Einsatzverfügbarkeit› der Flurförderzeuge», schilderte Robert Micheli, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Willibald A. Günthner am Lehrstuhl fml der TUM. «Anhand der im Projekt gewonnenen Erfahrungen haben wir am Lehrstuhl fml zusammen mit den Projektpartnern zudem Leitlinien für den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Flurförderzeugen ent­- wickelt, um zukünftigen Anwendern die Anschaffung und den Betrieb, inklusive der dafür notwendigen Infrastruktur und Genehmigungen, zu erleichtern.» Ferner hat das Projekt in Leipzig eine grosse Resonanz bei weiteren Interessenten hervorgerufen. «Viele Kunden fragen bei uns an und möchten sich die Anwendung im BMW-Werk Leipzig anschauen», berichtete Hannes Schöbel. «Demnächst liefern wir drei weitere brennstoffzellenbetriebene Flurförderzeuge an Kunden aus der Automobil- und Logistikbranche.»


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LogiMAT, Halle 8 Stand 8B21