Eine Publikation der Binkert Medien AG
Knapp-Store und seine Möglichkeiten überzeugen Versandapotheke : Ausgabe 12/2015, 08.12.2015

Per Mausklick zum passenden Medikament

Im April 2015 besiegelten die Bad Apotheke und Knapp den Vertrag für eine zukunftsweisende B2C-Pharma-Lösung mit dem neuen Knapp-Store als Kerntechnologie. Die Bad Apotheke zählt zu den Pionieren der Versandapotheken in Deutschland. Ihre Kernkompetenz ist der Versandhandel mit Arzneimitteln: Unter der Marke apotal.de – Ihre Versandapotheke – bekommen Kunden sowohl verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Medikamente als auch Naturheilmittel und Gesundheitsprodukte bequem bis nach Hause geliefert.

Mit einem, für eine deutsche Versandapotheke, relativ hohen Anteil an verschreibungspflichtigen Medikamenten ist die Bad Apotheke mit strengen Vorschriften und einer hoch komplexen Auftragszusammenstellung konfrontiert. Die Service-qualität einer lokalen Apotheke mit den Vorteilen eines Versenders zu vereinen, hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt. Bestellun-gen erfolgen telefonisch, per Post, per Fax und zum immer grösser werdenden Teil online.

Artikelkonsolidierung als grösste Herausforderung

«Die grösste logistische Herausforderung ist die Konsolidierung von Artikeln, die der Grosshandel nicht lagernd hat und die aus diesem Grund direkt beim Hersteller bezogen werden müssen, mit dem Gesamtauftrag. Momentan werden die sofort verfügbaren Artikel vorkommissioniert und die Aufträge zwischengelagert, bis der ausständige Artikel geliefert wird. Die richtige Zuordnung und das Zusammenführen der Aufträge erfolgt manuell. Dies ist natürlich sehr zeitaufwändig», analysiert Peter Risz, Regional Sales Manager bei Knapp, die Ausgangssituation.

Eine Lösung mit Fokus auf Cross-Docking war gefordert. Bestellungen vom Grosshandel sollten möglichst effizient zwischengepuffert und bei Bedarf schnell wieder ausgelagert werden, um den Endkonsumentenauftrag fertig zu stellen. Hier konnte Knapp eine vielseitige neue Lösung anbieten. «Ausschlaggebend für den Auftrag war der Knapp-Store und die Möglichkeiten, die wir mit diesem System haben», erklärt Henning Fichter, Prokurist der Bad Apotheke. «Der Knapp-Store nimmt den Mitarbeitern viele periphere Prozesse ab, die im Lager stattfinden und die sehr komplex sind, zum Beispiel das Cross-Docking. Darüber hinaus können wir im Knapp-Store auch Kleinstmengen, wie zum Beispiel C-Produkte, vermehrt auf Lager nehmen. Der Knapp-Store schliesst genau die Lücke bei jenen Vorgängen, die wir bisher manuell zusammengestellt haben. Mit dem neuen System sind wir auch in Richtung Zukunftsfähigkeit gerüstet, egal ob wir mehr in Richtung Lagerware gehen oder mehr Cross-Docking betreiben werden.»

Chargen- und Seriennummernverfolgung

Der Knapp-Store unterstützt auch die ab 2017 verpflichtende Regelung der Chargen- und Seriennummernverfolgung. Durch die exakte Überwachung der Produktmerkmale ist es möglich, Artikel mit einer bestimmten Chargen- oder Seriennummer oder mit einem bestimmten Haltbarkeitsdatum per Knopfdruck auszulagern und fristgerecht zu kommissionieren.

Neben dem Knapp-Store wird bei der Bad Apotheke der leistungsstarke Kommissionierautomat SDA für die Bearbeitung von schnelldrehenden Artikeln eingesetzt und trägt massgeblich dazu bei, das hohe Bestellaufkommen effizient und sicher abzuwickeln. Der Clou an der Lösung ist der kombinierte Einsatz des Knapp-Store und SDA an einem gemeinsamen Zentralband – so lassen sich die schnellsten und teuersten Auftragszeilen über ein System abwickeln.

Durch die Einbindung der Lösung in die gesamte Lagerprozesslandschaft bleibt ausreichend Flexibilität, um sich auf etwaige Änderungen im Geschäftsmodell oder bei gesetzlichen Rahmenbedingungen einzustellen. Die integrierte KiSoft WMS/WCS-Lösung, die als Gesamtpaket neben dem Knapp-Store mit Anbindung an das Warenwirtschaftssystem realisiert wird, ist richtungsweisend im Pharma-E-Commerce-Geschäft.

Zero defect warehouse

Im Sinne von zero defect sind alle Prozesse im Lager smart und softwaregeführt. Dies beginnt beim Wareneingang, wo mit Hilfe des iscan mittels Bilderkennungstechnologie alle Artikel automatisch vermessen und Produktinformationen erfasst werden. So sind bereits bei der Einlagerung in den Knapp-Store Fehler ausgeschlossen.

Mit der neuen Lösung wird die Bad Apotheke 75 Prozent der Auftragszeilen automatisiert kommissionieren. Aber selbst die Prozesse jener Aufträge, die noch im konventionellen Bereich abgearbeitet werden, erfolgen softwaregeführt. «Wir können sowohl bei den vollautomatisierten als auch bei den manuellen Lagerprozessen garantieren, dass nur richtige Ware eingelagert wird. Selbst in den Nachschubprozessen wird sichergestellt, dass kein Fehler passiert. Diese durchgängige Software-Lösung mit einer direkten Anbindung an das Warenwirtschaftssystem ermöglicht uns, die Zero Defect Warehouse-Philosophie durch den gesamten Lagerprozess sicherzustellen. Ziel ist es, etwaige Fehler, egal in welchem Prozessschritt sie auftreten mögen, direkt an der Ursache zu beheben», erklärt Bernd Stöger, Produktmanager Software, die Vorteile der integrierten Software-Lösung.

Henning Fichter abschliessend: «Für uns bedeutet diese Lösung vor allem ein Plus an Qualität. Dies ist in der Versandapotheke noch wichtiger als beim Pharma-grosshandel, da bei einer Falschlieferung durch diesen, die Apotheke den Fehler bemerken und korrigieren wird. Passiert uns der gleiche Fehler, so erhält der Patient ein falsches ­Medikament, was schwerwiegende Folgen haben kann. Insofern ist zero defect für uns natürlich von enormer Bedeutung. Aus diesem Grund sind für uns auch die Lösungen rund um die KiSoft Vision-Technologie besonders interessant. Wir haben unsere Systeme auch schon dahingehend vorbereitet, um in Richtung Null-Fehler weiter zu optimieren.»

Über Knapp

Aus jahrzehntelanger Tradition ist die Knapp AG der gesamten Pharma Supply Chain verbunden und prägt die Branche mit richtungsweisenden Innovationen. Neue rechtliche Rahmenbedingungen auf Basis der GDP-Richtlinien (Good Distribution Practice) sowie neue Absatzkanäle stellen die Branche vor neue Anforderungen. Ein Marktanteil von über 70 Prozent weltweit illustriert das Vertrauen in Knapp .


Info
Knapp AG
AT-8075 Hart/Graz
Tel. +43 504 952 0
Fax +43 504 952 4000
sales@knapp.com
www.knapp.com



Der Knapp-Store ist richtungsweisend bei der Chargen- und Seriennummernverfolgung und bei der Abwicklung von Retouren. (Bilder: Knapp)


Projektteam: Henning Fichter, Prokurist und Eigentümer der Bad Apotheke, Peter Risz, Key Account Manager Knapp AG, Peter Puchwein, Entwicklungsleiter Knapp AG und Bernd Stöger, Produktmanager Software Knapp AG (v. l. n. r.).