Eine Publikation der Binkert Medien AG
Steffen-Ris AG installiert Gilgen-Fördersystem bei Leistungszentrum-Erweiterung : Ausgabe 04/2015, 13.04.2015

«fresh & cool» für effiziente Produktionsprozesse

Die Fenaco-Tochter Steffen-Ris AG setzt in Bätterkinden neue Massstäbe in der Verarbeitung von Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln. Verteilt über die ganze Schweiz werden 13 Leistungszentren betrieben. Zur Effizienzsicherung und Minimierung der Produktionskosten werden diese Anlagen laufend modernisiert. Der Intralogistik-Spezialist Gilgen Logistics AG aus Oberwangen wurde für die Lieferung eines Fördersystems beauftragt.

Das Projekt unter dem Namen «fresh & cool» umfasst eine Erweiterung der Bruttogeschossfläche von bisher 16 000 auf über 24 000 m2. Im Investitionsvolumen von rund CHF 35 Mio. waren der Neubau einer Lagerhalle für insgesamt 8000 Tonnen Kartoffeln und Karotten sowie die Erweiterung der Speditionsinfrastruktur auf 2000 m2 enthalten. Schliesslich wurde auch die Produktionsfläche um 3000 m2 erweitert. Die Erneuerung der Betriebseinrichtungen schloss eine zusätzliche Aufbereitungs- und Packstation mit elektronischer Qualitätssortierung für Kartoffeln sowie eine Karottenverarbeitungslinie auf dem neusten technischen Stand ein. Das Gebäude wurde so konstruiert, wie es die Produktionsprozesse verlangen, damit die Warenströme auf kürzesten Wegen optimal umgesetzt werden konnten. Der Bau entspricht vollständig dem Minergie-Standard.

Fördersystem für Leergebinde

Der Intralogistik-Spezialist Gilgen Logistics AG aus Oberwangen wurde für die Lieferung eines Fördersystems beauftragt, welches die benötigten Leergebinde in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt, vollautomatisch ab der Palette in der Behälterbereitstellungszone an die Kom-missionierplätze transportiert. Hauptziele waren eine rasche Verfügbarkeit der Leergebinde am Verpackungsstandort, eine Leistungssteigerung beim Abfüllen in die Gebinde und ein rasches Abführen und Palettisieren der Gebinde unter Berücksichtigung von ergonomischen Arbeits-platzeinrichtungen. Nach 19 Monaten Bauzeit wurde Mitte August 2013 der rund CHF 35 Mio. teure Erweiterungsbau des Leistungszentrums eingeweiht.

Drei Behältertypen

Zum Einsatz kommen drei Behältertypen, zwei Sorten von IFCO-Gebinden sowie ein Gebinde der Migros. Die IFCO-Gebinde werden jeweils zusammengeklappt auf Paletten gestapelt angeliefert. Vor der automatischen Zuführung an die Kommissionierplätze in den Produktionsberei-chen müssen die Leergebinde depalettiert werden. Die Aufgabe der Paletten auf die Anlage erfolgt mittels Gabelstapler. Das Abschieben der Gebindetürme, die Gebindevereinzelung, die Abstapelung und das Aufrichten der zusammengeklappten Gebinde erfolgen vollautomatisch. Die leeren Europaletten werden automatisch gestapelt und mittels Gabelstapler manuell entfernt und im Blocklager zwischengepuffert. Nach der Abstapelung und Vereinzelung der Gebinde erfolgt der Transport mittels Elevatoren auf eine Förderhöhe von 4,20 m Höhe. Die Ausschleusestellen sortieren die Gebinde in die Produktionsbereiche Karotten oder Kartoffeln und führen sie in sogenannte Loops, wo die Gebinde zwischengespeichert werden. Auf den Rundläufen in den Bereichen Kartoffeln und Karotten befinden sich jeweils Behälter jeden Typs.

Automatikbetrieb

Im Automatikbetrieb erfolgt die Bedienung der Anlage über die Stationspanels an den Arbeitsplätzen in den Produktionsbereichen Kartoffeln und Karotten. Mittels Eingabe auf einem Touchscreen am Bedienpanel können die Mitarbeitenden die verschiedenen Leerbehältertypen, sowie die gewünschten Gebindemengen für die Kommissionierung anfordern. Die Behälteranforderung wird erfasst, und die gewünschten Behälter werden schnellstmöglich an den entsprechenden Kommissionierplatz gefördert. Die Behälter werden an den Arbeitsplätzen auf ergonomischer Höhe auf Rutschen bereitgestellt. Das clevere Steuerungssystem managt die Empfangsprioritäten an den Kommissionierplätzen, die Speicherloops, sowie die Behälterbereitstellungszone. Über eine Statusanzeige ist der Benutzer über den aktuellen Anlagenzustand informiert.

Da ein grosser Teil des Fördersystems in 4,20 m Höhe installiert ist, wurden für den technischen Dienst mobile Bedieneinheiten eingeplant. Sämtliche Förderelemente lassen sich über WLAN mit dem mobilen Simatic Mobile Panel bedienen. Bei Störungen oder Optimierungen kann auf das System über Fernzugriff via VPN-Verbindung zugegriffen werden.

Integration bei laufendem Betrieb

Die grösste Herausforderung bei der Umsetzung des Projektes bestand darin, dass die Integration der Anlage bei laufendem Betrieb ausgeführt werden musste. Die Leistungsdaten des Neubaus in Bätterkinden sind eindrücklich: Die Lagerkapazität beläuft sich jetzt auf 24 000 Tonnen. Pro Stunde bereiten in Bätterkinden 80 Mitarbeiter auf hochmodernen Anlagen 35 Tonnen Kartoffeln, 10 Tonnen Karotten und 5 Tonnen Zwiebeln auf. Mit neuster Technologie und weitgehend automatisierten Prozessen konnten bezüglich Effizienz und Produktqualität neue Masstäbe gesetzt werden. Das Ziel, die Betriebsabläufe zu optimieren und die Kapazitäten auszubauen, konnte zur Zufriedenheit aller Beteiligter erreicht werden.


Info
Gilgen Logistics AG
3173 Oberwangen
Tel. 031 985 35 35
Fax 031 985 35 36
info@gilgen.com
www.gilgen.com



Mittels Eingabe auf einem Touchscreen am Bedienpanel können die Mitarbeitenden die verschiedenen Leerbehältertypen und die Gebindemengen für die Kommissionierung anfordern. (Bild: Gilgen Logistics AG)