Eine Publikation der Binkert Medien AG
Jungheinrich stellte an der LogiMAT die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterien vor : Ausgabe 04/2015, 14.04.2015

Halbe Stunde laden reicht für eine komplette Schicht

Jungheinrich bringt im Laufe des Jahres eine neue Generation von Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 240 und 360 Amperestunden auf den Markt. Zur CeMAT 2014 hatte das Hamburger Unternehmen bereits einen Prototyp dieser Energiespeicher der Weltöffentlichkeit vorgestellt. An der LogiMAT zeigte der Hamburger Hersteller den ECE 220/225 mit Zwei-Batterien-Konzept.

Diese in der eigenen Sparte «Energy and Drive Systems» entwickelten Batterien sind dank ihres innovativen Konzepts innerhalb von 30 Minuten für eine komplette Schicht aufladbar. Dr. Klaus-Dieter Rosenbach, Mitglied des Vorstands von Jungheinrich und verantwortlich für das Ressort Technik: «Das ist ein Meilenstein bei der Weiterentwicklung von Energiespeichern für die gesamte Intralogistik.» Zu dem Energiespeicherkonzept gehören neben den Lithium-Ionen-Batterien hocheffiziente Flurförderzeuge mit einer Schnittstelle zu einem intelligenten Batterie-Management-System, eine Ladetechnik mit Schnellladegeräten sowie eine professionelle Energieberatung. Die neuen Lithium-Ionen-Batterien von Jungheinrich sind speziell für grössere Elektrohubwagen sowie Horizontalkommissionierer geeignet und können zukünftig herkömmliche Blei-Säure-Batterien mit deutlich höheren Kapazitäten ersetzen.

Zwei Batteriekonzepte in einem Fahrzeug

Auf der LogiMAT 2015 stellte Jungheinrich der Öffentlichkeit die neue Batterie­lösung erstmals im Zusammenhang mit einem Seriengerät vor. Bei diesem Fahrzeug – einem Horizontalkommissionierer vom Typ ECE 220/225 – handelt es sich um das erste Gerät aus einer neuen Generation von Jungheinrich Niederhubkommissio­nierern. Das neue Fahrzeug vereint erstmalig zwei unterschiedliche Batteriekonzepte in einem Gerät. Das bedeutet, dass der Kommissionierer sowohl mit herkömmlichen Blei-Säure-Batterien (ECE 220/225) als auch mit der Lithium-Ionen-Technologie (ECE 220i/225i) ausgestattet werden kann.

Mit diesem neuen Energiespeicherkonzept ist der Nutzer in der Lage, die Batte­rien auch während der Pausenzeit aufzuladen. «Diese Batterien können innerhalb von nur eineinhalb Stunden voll aufgeladen werden. Eine halbe Stunde reicht jedoch schon aus, um die Batterie wieder für eine Schicht fit zu machen», so Klaus-Dieter Rosenbach weiter. Anwender, die Flurförderzeuge im Mehrschichteinsatz betreiben, können zukünftig auf einen teuren Batteriewechsel verzichten. Kosten für Laderäume, für aufwendiges Equipment wie Kräne oder Zweitbatterien sowie Personalkosten für den Batteriewechsel entfallen.

Wirtschaftlich einsetzbar

Flurförderzeuge mit Lithium-Ionen-Technologie verbrauchen in der Praxis heute schon bis zu 30 Prozent weniger Energie als Geräte mit einer Blei-Säure-Batterie. Die Lebensdauer ist etwa dreimal so lang wie die herkömmlicher Energiespeicher. Zudem sind Lithium-Ionen-Batterien tiefer entladbar. Während bei herkömmlichen, Blei-Säure-Batterien etwa 80 Prozent der in der Batterie befindlichen Energie verfügbar sind, sind es bei Lithium-Ionen-Batterien etwa 90 Prozent. Das Resultat ist, in Verbindung mit einem höheren Spannungsniveau, deutlich mehr Leistung bei gleicher Kapazitätsangabe. In Kombination mit den am Weltmarkt sinkenden Preisen für Lithium-Ionen-Zellen führt dies zu einer weiteren Kostenreduktion. Dr. Klaus-Dieter Rosenbach: «Damit sind Lithium-Ionen-Batterien für den Mehrschichteinsatz heute bereits wirtschaftlich. Das haben umfangreiche Praxistests bewiesen.»


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Der Jungheinrich-Horizontalkommissionierer kann sowohl mit herkömmlichen Blei-Säure-Batterien (ECE 220/225) als auch mit der Lithium-Ionen-Technologie (ECE 220i/225i) ausgestattet werden.


Der neue ECE 220/225 von Jungheinrich kommt auf zehn Pro­zent mehr Leistung bei gleichzeitig fünf Prozent weniger Energieverbrauch. (Bilder: Jungheinrich)


Dr. Klaus-Dieter Rosenbach: «Wir haben einen Meilenstein in der Weiterentwicklung von Energiespeichern für die gesamte Intra­logistik gesetzt.»