Eine Publikation der Binkert Medien AG
René Schober und Markus Gauchat, Geschäftsleitung der AZ-SHCL GmbH, Wildegg/AG : Ausgabe 09/2015, 08.09.2015

Neue Marktchancen dank gezielter Weiterbildung

Im AZ-SHCL wird ein vielseitig abgestimmtes Aus- und Weiterbildungsprogramm geboten. Abgedeckt werden die Bereiche Stapler, Hubarbeitsbühne, Chauffeuren-Weiterbildung und Logistik.

Das sich ständig wandelnde berufliche Umfeld erfordert laufend Anpassungen und Weiterbildung. Nur wer am Ball bleibt, kann sich im harten Logistik-Business behaupten. «Material Handling» hatte Gelegenheit zu einem Blick hinter die Kulissen. Die Geschäftsführer René Schober und Markus Gauchat erklärten im Interview die Ziele ihrer Ausbildungseinrichtung.

Material Handling: Herr Schober, welche Ausbildungsmöglichkeiten bietet die AZ-SHCL GmbH im Bereich Logistik?

Schober:

Unsere Ausbildung konzentriert sich auf den Bereich Stapler. Dazu gehören Deichselstapler, Gegengewichtsstapler, Quersitzschubmaststapler und Seiten- bzw. Teleskopstapler. Die Kurse sind Suva-zertifiziert. Ein weiterer Bereich ist die Hubarbeitsbühnen-Ausbildung. Ergänzt wird unser Ausbildungsprogramm mit allgemeinen Logistikkursen wie dem Grundkurs Lagerlogistik und der Chauffeuren-Weiterbildung.

Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Schober: Ich würde sagen klein aber fein. Wir sind ein junges Kleinunternehmen, das von zwei Personen geführt wird. Uns liegt am Herzen, auf jeden Auszubildenden individuell eingehen zu können. Das hat einen entscheidenden Einfluss auf die Erfolgsquote in der Ausbildung. Die Infrastruktur unseres Unternehmens kann sich sehen lassen. Wir haben hier in Wildegg einen optimalen Standort gefunden.

Wie gewinnen Sie die Auszubildenden für Ihr Ausbildungsprogramm?

Gauchat:

Durch Telefonate oder das Internet. Ein weiterer Teil besucht unsere Ausbildung aufgrund von Empfehlungen. Unsere bisherige Arbeit hat am Markt Anerkennung gefunden. Der einfachste Weg ist das persönliche Gespräch, wenn ich beispielsweise an einer Tankstelle einen Chauffeur direkt anspreche. Ausserdem sind wir an Messen und Events präsent und nutzen natürlich auch die Möglichkeiten, die uns die Fachpresse bietet.

Wieviele Kursteilnehmer nehmen an Ihren Schulungen pro Jahr teil?

Gauchat: Pro Jahr sind es etwa 1000 Teilnehmende, Tendenz steigend. Das ist eine beachtliche Anzahl, wenn Sie bedenken, dass wir am 16. Oktober 2012 in das Handelsregister eingetragen worden sind und die Suva-Zertifizierung am 16. Januar 2013 vorlag.

Welche Vorschriften gelten für die Chauffeuren-Ausbildung?

Gauchat: Um den Chauffeur-Beruf gewerbsmässig ausüben zu können, sind 35 Stunden Ausbildung innert fünf Jahren vorgeschrieben.

Wie gross ist Ihr Fuhrpark?

Gauchat: Momentan verfügen wir über sechs Flurförderzeuge: zwei Gegengewichtsstapler, zwei Schubmaststapler, einen Quersitz-Pratzenstapler und ein Deichselgerät. Wenn Bedarf besteht, zum Beispiel für einen Seitenstapler, so holen wir diesen auf Mietbasis herein.

Welchen Stellenwert haben Kurse direkt vor Ort beim Kunden?

Schober: Der Vorteil solcher Kurse liegt darin, dass der Kursteilnehmer in seiner gewohnten Arbeitsumgebung und mit seinem Arbeitsgerät (z.B. Teleskopstapler)ausgebildet wird. Der Seitenstaplerkurs ist ein solch klassischer Kurs, der vor Ort durchgeführt wird.

Wie wichtig ist Ihre Mitgliedschaft beim Branchenverband swisslifter?

Schober: Ich erachte diese Mitgliedschaft als wichtig, weil durch den Kontakt mit den Verantwortlichen anderer Staplerfahrschulen im Gespräch immer wieder neue Erkenntnisse zu Tage treten, die auch für unsere Betriebsabläufe von Nutzen sind.

Was könnte an der Staplerausbildung verbessert werden?

Schober: Mehr Praxisnähe wäre gefragt. Warum soll der Auszubildende nicht auch im Ausbildungszentrum auf seinem Arbeitsgerät geschult werden? Es ergeben sich nicht einmal Mehrkosten, weil das Gerät ja so oder so angemietet werden muss. Der Auszubildende müsste freie Staplerwahl für seinen Kurs haben. Er könnte so auch Praxisempfehlungen für den Gerätekauf an die Geschäftsleitung weitergeben. Das ist für mich indirekte Verkaufsförderung.

Welchen Eindruck haben Sie von der Logistik-Messelandschaft Schweiz?

Gauchat: Wir haben uns gleich am Anfang unserer Geschäftstätigkeit an der Pack & Move 2014 am Stand eines Logistikgeräteanbieters beteiligt. Das war sehr hilfreich, weil wir Präsenz zeigten. Auffallend an solchen Veranstaltungen ist die geringe Teilnahme der Staplerfahrschulen. Die zwei grössten sind vor Ort, die restlichen dreissig bleiben zu Hause. An der Pack & Move 2014 hatten wir dann unseren eigenen Stand mit stolzen neun Quadratmetern. Die Teilnahme war kein Highlight.

Schober: Früher, als ich in der Ausbildung war, gab es in Basel eine richtige Logistikmesse, über drei Hallen hinweg plus einem grossen Freigelände. Ich bin der Überzeugung, dass wir in der Schweiz eine starke Logistikmesse brauchen. Die zentrale Frage lautet, wie für mehr Attraktion gesorgt werden kann. Vielleicht ist die Kombination aus Transportgewerbe und Staplerimporteuren eine Lösung?

Warum ist eine starke Schweizer Logistikmesse so wichtig?

Schober: Das Internet ist gut und recht, aber der heutige Interessent möchte Stapler vor Ort sehen, besteigen und sich die Funktionen erklären lassen. Neuigkeiten gibt es jedes Jahr genug. Warum soll man nicht auf einer Logistikmesse einen Präsentationsplatz einrichten, auf dem die Interessenten die gezeigten Maschinen auch selber ausprobieren können? Die Messen müssen attraktiver werden.

Gibt es demnächst wichtige Termine?

Schober: Das Drei-Jahres-Jubiläum der AZ-SHCL GmbH steht im Oktober vor der Tür. Wir werden es hier vor Ort in einer Gemeinschaftspräsentation mit umliegenden Firmen feiern. Alle Interessenten sind dazu herzlich eingeladen, mit uns diesen Anlass zu einem Highlight des Jahres 2015 werden zu lassen.


Info
AZ-SHCL Ausbildungszentrum
5103 Wildegg/AG
Tel. 062 893 23 23
kontakt@az-shcl.ch
www.az-shcl.ch



Markus Gauchat (rechts): «Ich bin verwundert über die geringe Teilnahme der mittlerweile über dreissig Logistik-Ausbildungsanbieter an den Fachmessen.» (Bilder: MH Redaktion)


René Schober (vorne): «Wir brauchen in der Schweiz eine starke Logistikmesse.»