Eine Publikation der Binkert Medien AG
Elektro-Mehrwege-Seitenstapler von Hubtex bei der J. u. A. Frischeis GmbH in Villach/A : Ausgabe 09/2015, 07.09.2015

Schnell auf Nummer sicher

Die J. u. A. Frischeis GmbH setzt beim Kommissionieren sowie beim Ein- und Auslagern grossformatiger Holzplatten auf flexible Elektro-Mehrwege-Seitenstapler von Hubtex. Die schnell montierbare Kommissionierplattform und die induktive Spurführung gehören zu den Besonderheiten des Projekts.

Maximale Lieferfähigkeit und Bestellservice haben für Andreas Winkler höchste Priorität. Vor diesem Hintergrund hat der Niederlassungsleiter der J. u. A. Frischeis GmbH in Villach/Österreich den Bau seiner modernen zehn Meter hohen Halle mit 1000 Lagerplätzen für Holzplatten sorgfältig geplant. Für einen optimalen Warenfluss zog er sämtliche Automatisierungsgrade und Lastaufnahme-Systeme in Betracht. Am Ende entschied sich Winkler für zwei induktiv geführte Elektro-Mehrwege-Seitenstapler von Hubtex, die Anfang 2013 geliefert wurden. Ergänzt wird das flexible Konzept durch eine schnell montierbare Plattform, die bei Bedarf einen der beiden identischen Stapler vom Typ MQ 70 Serie 2131 PU in ein Kommissioniergerät verwandelt.

Die 4500 mm breite Kommissionierplattform hat eine Tragfähigkeit von 2,7 t und kann Platten mit Abmessungen von bis zu 3000 x 2070 mm aufnehmen. Ohne Plattform lassen sich mit dem MQ 70 bis zu 13 m lange und 7 t schwere Lasten bewegen. «Durch die abnehmbare Plattform haben wir die höchste Flexibilität und für jede Auftragssituation einen optimalen Fuhrpark», stellt Winkler fest, der seinen Kunden auf dieser Basis kurze Bestellfristen bieten kann. Jeder bis 16 Uhr eingehende Auftrag wird in der Regel am nächsten Tag geliefert. Pro Kunde beziehungsweise Sendung müssen dabei bis zu 60 Positionen kommissioniert werden. «Das ist ein sehr kurzfristiges Geschäft, das ein Vorkommissionieren fast unmöglich macht», erklärt Logistikleiter Johannes Fössl.

Sobald die ebenfalls von Hubtex gelieferte Kommissionierplattform montiert ist, lässt sich der MQ 70 nur noch über einen der beiden Bedienpulte auf der Plattform aus steuern. Die Elektronik ist so ausgelegt, dass wahlweise ein oder zwei Mitarbeiter arbeiten können. Für die bestmögliche Sicht wird immer das in Fahrtrichtung vorne befindliche Pult aktiviert. Die beiden Einstiegsschranken verriegeln elektrisch, während eine lastseitige Schranke manuell abgesenkt werden kann. Auf diese Weise werden die bis zu 7,5 m hoch liegenden Entnahmeplätze sicher erreicht. «Der Sicherheitsaspekt spielte bei der Konzeption und Auswahl der Lösung eine wichtige Rolle, denn schliesslich sollen sich die Kommissionierer auch in der siebten Regalebene ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können», betont Winkler. Die Rechnung geht auf: Pro Stunde bewegt ein Zweier-Team bei Frischeis rund 1,5 Kubikmeter Holzwerkstoffe. Damit zählt Villach nicht nur innerhalb der Firmengruppe zu den produktivsten Lagerstandorten. Das Kommissionieren direkt aus dem Regal bedeutet einen wesentlichen Zeitgewinn. «Ohne Plattform müssten die kompletten Warenpakete erst auf den Boden gestellt und von dort abkom-missioniert werden», stellt Fössl fest.

Drei Regalreihen zusätzlich

Einen weiteren grossen Effizienzvorteil bringt die induktive Spurführung. Jeder der zehn Regalgänge verfügt über eine mittig in den Boden eingefräste Induktionsspur mit Transpondern. Diese werden beim Einfahren in einen der Gänge automatisch von den mit Hochfrequenz-Antennen ausgerüsteten Hubtex-Mehrwegestaplern erkannt. Anschliessend übernimmt die elektronische Steuerung des MQ 70 die exakte Positionierung und Ausrichtung innerhalb der nur 3670 mm breiten Gänge.

Durch die präzise Steuerung konnte Frischeis beim Bau der Anlage sogar auf den Anfahrschutz verzichten. Der eigentliche Vorteil besteht jedoch in dem enormen Raumgewinn: «Der Mindestabstand zu jeder Seite beträgt hier nur 150 mm, so dass wir die Hallenbreite optimal nutzen konnten», berichtet Logistikleiter Fössl und ergänzt: «Dank induktiver Führung haben wir im Vergleich zur frei verfahrbaren Lösung drei Regalreihen mehr untergebracht.» Durch die «unsichtbare» Lösung lassen sich die Gangreihen ausserdem viel besser reinigen, was bei einer Schienenführung nur mit hohem Aufwand möglich ist.

Laufzeit von 15 bis 20 Jahren

Neben dem Gewinn an Platz und Sauberkeit bringt die Induktionsführung ein deutliches Plus an Sicherheit. Denn mit Hilfe der im Boden eingelassenen Transponder „erkennen“ die Stapler ihre aktuelle Position und reduzieren vor dem Verlassen eines Gangs automatisch die Geschwindigkeit. „Damit haben wir das Kollisions-Risiko deutlich reduziert“, erklärt Winkler, dessen Niederlassung rund 180 Kunden pro Tag beliefert.

Obwohl für dieses hohe Aufkommen im Zweischichtbetrieb gearbeitet wird, halten die 80-Volt-Batterien mit einer Kapazität von 930 Ah ohne weiteres durch - an den Ladestationen hängen die Batterien nur nachts. Somit konnte sich Frischeis sogar das Anschaffen von Wechselbatterien ersparen.

Nach mittlerweile zwei Einsatzjahren hat sich die Hightech-Lösung bestens bewährt. Das gilt auch für den Wartung- und Reparatur-Service, der in Österreich seit 30 Jahren durch die Still GmbH gewährleistet wird - als gleichzeitiger Generalimporteur für Hubtex.

«Die beiden MQ 70 sind ja nicht unsere ersten Geräte von Hubtex», betont Fössl. Bereits seit 2007 ist in Villach das Vorgängermodell im Einsatz und hat bisher klaglos mehr als 6000 Arbeitsstunden abgespult. «Vor diesem Hintergrund kennen wir die hohe Service-Qualität der Techniker, die auch bei älteren Maschinen mit grossem Engagement und Kompetenz arbeiten und jeden Fehler sehr schnell aufspüren», lobt Winkler. Der After-Sales-Service sei speziell für den Betrieb von Mehrwege-Staplern mit einer Laufzeit von 15 bis 20 Jahren extrem wichtig.

Weniger Ansprechpartner

Zudem hat die bewährte Kooperation zwischen Hubtex und Still für Frischeis den angenehmen Nebeneffekt, dass es für alle Fragen rund um die eigene Staplerflotte weniger Ansprechpartner gibt. Schliesslich ist in Villach auch ein Still Elektro-Frontgabelstapler RX 60-50 LSP 600 im Einsatz. «Es ist für alle Seiten einfacher, wenn es für mehrere Geräte nur einen zentralen Lieferanten gibt», bestätigt Winkler. Michael Schulz, der bei Still in Österreich die Bereiche Systemtechnik und Flottenmanagement leitet, hört das gerne.

Aufgrund der positiven Erfahrungen in Villach hat sich Frischeis in der Niederlassung Stockerau 2014 für zwei Hubtex Mehrwegestapler mit Induktivführung entschieden. Im Vergleich zu „«frei verfahrbar» sind die induktive geführten Geräte eindeutig im Vorteil, besonders bei der Arbeitsgangbreite (ca. 700 mm geringer pro Fahrgasse) und der Sicherheit – Vermeidung von Anfahrschäden an Regalsystem und Ware.

Die J. u. A. Frischeis GmbH

Das Unternehmen ist Österreichs grösster Händler für Holz und Holzwerkstoffe. Es wird inhabergeführt und wurde im Jahr 1948 von Josef und Antonia Frischeis in Stockerau gegründet. Seither hat sich die Firma vom lokalen Holzhandel zur internationalen JAF-Gruppe mit rund 20 000 ständig am Lager verfügbaren Artikeln und 53 Standorten in 16 Ländern entwickelt. Der eigene Fuhrpark umfasst 300 Stapler und 86 Lkw. Neben Österreich ist die JAF-Gruppe in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn aktiv. Rund 2200 Mitarbeiter erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 570 Mio. Euro.


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Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG
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Hubtex Elektro-Mehrwege-Seitenstapler bei Frischeis. Rechts mit aufgenommener Plattform. (Bilder: Hubtex)


Von rechts: Logistikleiter Johannes Fössl und Niederlassungsleiter Andreas Winkler der J. u. A. Frischeis GmbH in Villach zusammen mit Michael Schulz vom Hubtex Generalimporteur Still.


Der Hubtex Elektro-Mehrwege-Seitenstapler mit Kommissionierplattform bringt den Bediener zur Ware.