Eine Publikation der Binkert Medien AG
Lagertechnik: 30.04.2015

Logistik und Bau im Einklang

Die Optimierung der Investitions- und Betriebskosten steht seit jeher im Mittelpunkt bei der Gestaltung und Realisierung von Logistikbauten. Dies gilt bei Umbau, Erweiterungen und Modernisierung genauso wie bei Neubauten.

Hinzu sind aber zunehmend auch Aspekte wie erhöhte Sicherheitsansprüche (Brandschutz, Betriebssicherheit, Personenschutz), Energieeffizienz, oekologische Bauweise aber auch aus logistischer Sicht Anpassbarkeit und Erweiterungsfähigkeit bei Veränderungen des Marktes und der damit verbundenen logistischen Prozesse. Die Erlangung entsprechender Labels (wie z.B. Minergie P, Minergie Eco) hält zunehmend auch Einzug bei der Realisierung von Logistikbauten. Nicht immer ist die Erreichung der Vorgaben (sinnvoll) realisierbar. Sie sollen aber mindestens als Zielrichtung die Planung und Realisierung von Logistikanlagen und -bauten prägen.

Energieeffizienz
Diese betrifft sowohl das Gebäude wie auch die Haustechnik und die logistische Infrastruktur. Dabei gilt es, vorab die klimatischen Anforderungen zu beachten. Die Erfahrung zeigt, dass durch geeignete Wahl der Bauweise z.B. auf eine Kühlung des Gebäudes verzichtet werden kann, wenn der Baukörper nebst entsprechender Isolation auch über die nötige Trägheitsmasse verfügt. Einer schnellen Temperaturveränderung kann so entgegen gewirkt werden ohne Investition und Energiebedarf für eine Kühlanlage. Kombiniert mit einer gesteuerten mechanischen Nachtauskühlung ergeben sich diesbezüglich hervorragende Resultate. So kann also die teurere Realisierung einer Vollbeton-Konstruktion in der Haustechnik und vor allem über die Energiekosten kompensiert werden. Die Auslegung der logistischen Infrastruktur mit energieoptimierten Antrieben und entsprechender Steuerungsstrategie trägt bei automatisierten Systemen hierzu einen wesentlichen Anteil bei. Alleine die optimierte Ein-/ Auslagerstrategie, verbunden mit auslastungsgesteuerten Beschleunigungs- und Verzögerungsrampen und Geschwindigkeiten ergeben hier eine Reduktion des Energieverbrauchs um bis zu 35 % und damit der "Wärmeproduktion" von >15%. Weitere technische Möglichkeiten wie z.B. Rückspeisung von Bremsenergie verbessern diese Werte zusätzlich. Diese Massnahmen bedeuten nur minimale Mehrkosten und können gleichzeitig das Zünglein an der Waage spielen, dass auf eine Kühlung gänzlich verzichtet werden kann. Sind noch unterschiedliche Klimazonen zu realisieren, kann mittels vertikaler an Stelle von horizontaler Gliederung dieser Zonen auf Abtrennungen und verstärkter Kühlung verzichtet werden. Die Auslegung erzeugte in einem soeben realisierten Projekt Investitionseinsparungen im hohen sechsstelligen Bereich und eine Energieeinsparung von 25% gegenüber bisherigen Realisierungsmustern. Um die nötige Sicherheit in diesen Bereichen zu erlangen, ist eine Gebäudesimulation und die Unterstützung der Fachplaner durch einen Bauphysiker sehr hilfreich und effizient.

Bauoekologie, Komfort und Gesundheit
Gerade im Lebensmittelbereich und darin vor allem im Frischebereich werden die Qualitätsvorgaben und -vorschriften immer schärfer. Davon betroffen ist in zunehmendem Masse auch die Logistik, namentlich die Lagerhaltung. Gerade im Früchte- und Gemüsebereich ist der Trend zum "Offenverkauf" unaufhaltbar. Anstelle von teuren Schutzverpackungen und Investition in Lüftungsanlagen können hier mittels Wahl der "richtigen" Baumaterialien die Kosten optimiert werden. In jüngst realisierten Projekten war zum Beispiel die Bauabdichtung und der innere Schutzanstrich in ausdünstungs- und lösemittelfreier Ausführung matchentscheidend, um die Lüftungsanlage massiv zu reduzieren. Die Rückkopplung auf die Energieffizienz soll hier nicht unerwähnt bleiben. Derartige Ausführungen wirken sich aber auch positiv auf die Gesundheit der Mitarbeitenden aus. In der Vergangenheit  wurde sehr viel über Elektrosmog und Funkstrahlung in Logistiksystemen gesprochen und diesbezüglich grosse Bedenken betr. Gesundheitsschädigungen geäussert, wurde gerade in Industrie- und Logistikbauten die Wahl der Baustoffe und deren Auswirkungen wenig beachtet. Aber auch die Auswahl von Bodenbelägen, die Art der Beleuchtung, der freie Blick nach aussen etc. wirken sich positiv auf Gesundheit, Motivation und damit Effizienz und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden aus. Diese Wirkungen sind schwer zu messen und demnach kaum zu quantifizieren und fliessen daher kaum in die stark kostengeprägte Beurteilung eines Baukonzepts ein.

Sicherheit
Hier soll vor allem dem Brandschutz ein spezielles Augenmerk gewidmet werden. Konventionelle Brandschutzsysteme wie Brandmelde- und Sprinkleranlagen oder deren Kombination dienen der Früherkennung und dem frühestmöglichen Löscheinsatz im Brandfall. Ihre Wirkung beinhaltet vor allem der Verhinderung der Brandausbreitung und
-ausdehnung. Dies verhindert aber nicht, dass eingelagertes Gut Schaden nimmt und unverkäuflich wird (Russ- und Wasserschäden). Nur umfangreiche Massnahmen wie Reinigung und Trocknung ermöglichen eine (teilweise) Wiedererlangung der Verkaufs- oder Gebrauchsfähigkeit. Wie sagte doch kürzlich ein Kunde in einer Planungssitzung: "Verbrannte Güter lassen sich nicht verkaufen, nasse aber auch nicht..."
Der Verlust der Lieferfähigkeit am Markt bedeutet einen langfristigen Schaden und kann zum Beispiel mit der Ausführung eines inertisierten Lagers ausgeschlossen werden. Die Sauerstoffreduktion ermöglicht erst gar keine Brandentstehung und bewirkt aus logistischer Sicht die Sicherstellung der Verfügbarkeit der Güter, sei es am Markt oder für weiteren Produktionsschritte.

Fazit
Das optimierte Zusammenspiel von Bau und logistischer Infrastruktur wird immer wichtiger und ermöglicht gleichzeitig den effizienten Einsatz der Investitionsmittel. Die Auswirkungen auf die Betriebskosten sind signifikant und haben gleichzeitig eine sehr positive Wirkung auf Mensch und Umwelt.
RALOG Engineering AG hat sich in den letzten Jahren in diesen Bereichen ein grosses Fachwissen und sehr viel Erfahrung mit der Umsetzung derart realisierter Projekte erworben. Ein vorhandenes, breites Netzwerk für die fachliche Unterstützung bietet die Basis für die erfolgreiche Planung und Umsetzung derart optimierter Projekte.


Dank interkantonaler Zusammenarbeit kann eine ökonomisch und logistisch sinnvolle Lösung realisiert werden, die auch markante ökologische Vorteile beinhaltet.
Logistik, Oekonomie und Oekologie im Einklang - dank Kooperation und ausgefeiltem Konzept.

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Beispiel für energieeffizientes Bauen. (Bild: RALOG)