Eine Publikation der Binkert Medien AG
Intralogistiklösungen erfüllen hohe Anforderungen des Online-Handels : Ausgabe 01/02/2016, 09.02.2016

Effiziente Materialflüsse in Zeiten des E-Commerce

Beim stetig wachsenden Online-Handel hat das Lieferversprechen des Anbieters einen hohen Stellenwert. Kunden erwarten ihre bestellte Ware pünktlich, in der richtigen Ausprägung und Qualität und am gewünschten Ort.

Wird dieser Anspruch nicht erfüllt, kann der Kunde nicht nur den Anbieter wechseln, in sozialen Netzwerken teilt er oft auch gleich anderen seine Unzufriedenheit mit. Für eine hohe Zuverlässigkeit ist eine effiziente Intralogistik erforderlich – von der Lagerhaltung über die Sortierung bis zum Transport. Diese muss wandlungsfähig sein, Komplexität beherrschen und sich in der Effizienz steigern lassen. Die Beumer Group unterstützt Versandhändler und -dienstleister mit Kompetenz sowie mit leistungsstarker Sortier- und Fördertechnik. Der Einkauf im Internet wird immer beliebter. Es geht einfach, unkompliziert und schnell. Käufer schätzen insbesondere die Bequemlichkeit und die Flexibilität. Denn Online-Shops kennen keine Ladenöffnungszeiten, und über Computer, Tablet oder Smartphone kann der Kunde jederzeit von überall einkaufen – vorausgesetzt er hat ein Netz. Kommen die Produkte zuhause an, kann er diese im Wohnzimmer ausprobieren und bei Nichtgefallen einfach zurückschicken. E-Commerce wird vor allem für den Vertrieb von Büchern, Bild- und Tonträgern, Bekleidung und Schuhen, Unterhaltungselektronik, Elektrogeräten oder Computern genutzt.

Im Jahr 2014 belief sich der Umsatz deutscher Unternehmen in diesem Sektor auf rund 66,5 Milliarden Euro. Für dieses Jahr gehen die Prognosen sogar bis zu 90,5 Milliarden Euro. Weltweit wächst der Markt jährlich um 20 Prozent. Dadurch kommt es bei den Online-Händlern allerdings auch zu einem erheblichen Verdrängungswettbewerb. Nur diejenigen werden bestehen können, die in ihrem Segment das grösstmögliche Sortiment anbieten und die erforderliche Zuverlässigkeit bieten können. Damit steigen die Erwartungen der Menschen an eine unbegrenzte Verfügbarkeit der Waren zum günstigsten Preis und an eine umgehende und fehlerfreie Lieferung.

Erwartungshaltung erfüllen

Wer als Online-Händler nachhaltig konkurrenzfähig bleiben und weitere Zielgruppen erschliessen will, muss sich mit neuen Trends auseinandersetzen. Dazu gehören individuelle Zustellzeiten oder auch Same Day Delivery. Das heisst, der Kunde bestellt und erhält noch am selben Tag die Ware. Diese Möglichkeit soll den E-Commerce endgültig auf eine Stufe mit der Warenverfügbarkeit des lokalen Handels stellen. Die Sonderform des Expressversands deckt jedoch je nach Sitz des Online-Shops nur bestimmte Regionen ab. Angeboten wird dies innerhalb der City-Logistik in Grossstädten und ist teurer als eine gewöhnliche Zustellung. Auch wenn das Thema die Branche beschäftigt: Nur wenige Händler bieten die Versandart an. Charakteristisch für den E-Commerce ist zudem die Atomisierung der Sendungen. Der Kunde bestellt häufiger – zum Teil mehmals am Tag –, aber immer kleinere Mengen. Das führt zu immer kleineren, dafür häufigeren Lieferungen. Das stellt die Hersteller intralogistischer Systeme als auch die betriebliche Logistik vor grosse Herausforderungen.

Entscheidend ist die passende Intralogistik

Grundsätzlich wird die Materialflusstechnik komplexer, intralogistische Anlagen und Systeme müssen immer flexiblere Aufgaben erledigen können oder sich an veränderte örtliche Gegebenheiten anpassen lassen. Höchst effiziente Prozesse sind somit erforderlich, um eine schnelle Auslieferung der Pakete zu den Kunden zu ermöglichen. Immer bedeutsamer wird zum Beispiel auch das Thema Tracking and Tracing – also die Verfolgung und Rückverfolgung von Sendungen. Damit lässt sich der Weg der Sendung protokollieren, und der Kunde weiss immer, wo sich sein Paket befindet, oder wann es voraussichtlich bei ihm eintrifft. Um eine schnelle, sichere und fehlerfreie Sortierung, Verteilung und Kontrolle von höchst unterschiedlichen Waren wie Pakete, Tütenware und Sperrgut in hohen Stückzahlen zu ermöglichen, steht die Beumer Group als Systemintegrator ihren Kunden von der Planung bis zur Inbetriebnahme zur Verfügung. Zur Produktbasis gehören modulare Hochleistungssortieranlagen. Damit können Anwender sich einen Wettbewerbsvorsprung sichern und sind auf zukünftiges Wachstum im eigenen Versandhandel entsprechend vorbereitet.

Konzept eines Kommissioniersystems

Die Beumer Group hat schon zahlreiche Projekte gemeinsam mit Partnern aus der Intralogistik realisiert. Um Behälter oder Kartons sowohl für A-, B- als auch für C-Artikel mit einer hohen Verfügbarkeit zu handhaben, eignen sich Shuttlelager mit einer hohen Ein-/Auslagerfrequenz von mehr als 10 000 Ladungsträgern in der Stunde. Die Lagerlösungen sind für diese Anwendungen im automatischen Kleinteile-Handling fest etabliert und eignen sich insbesondere für Unternehmen, die schnell wachsen und unterschiedliche Produkte lagern. Die Verbindung zwischen dem Wareneingang, dem Shuttlelager und den Kommissionierarbeitsplätzen sowie dem Warenausgang stellt ein Cross-Belt-Sorter her.

Diese Sorterlösung schafft ebenfalls eine sehr hohe Verteilleistung von mehr als 10 000 Behältern in der Stunde. Neben der Verteilung von Behältern und Kartons sind Cross-Belt Sorter ideal zur schonenden Handhabung von Produkten aller Art unabhängig von Grösse, Form und Oberflächenbeschaffenheit geeignet. Mit dieser Eigenschaft erfüllen sie die besonderen Anforderungen, die Unternehmen im Versandhandel stellen. Aufgrund der berührungslosen Energie- und Datenübertragung ist der Beumer Belt-Tray Sorter sehr wartungsarm. Dank seiner modularen Bauweise lässt sich dieser Sorter besonders gut in bestehende Gebäude ohne Leistungseinbussen integrieren.

Der Cross-Belt Sorter besteht aus einer Reihe fahrender Flachgurtförderer. Diese sind im 90-Grad-Winkel zur Laufrichtung angeordnet. Dadurch können sie die Waren wahlweise in Laufrichtung rechts oder links ein- und ausschleusen. Dazu werden die Produkte mit einer auf die Sortergeschwindigkeit und den Einschleuswinkel abgestimmten Geschwindigkeit auf den Cross-Belt-Förderer übergeben. Der umgekehrte Prozess findet beim Ausschleusen statt: Der Fördergurt bewegt sich in Ausschleusrichtung und das Fördergut wird schonend in die Endstelle geleitet.

Viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt

Beumer stattet den Sorter mit Modulen für Kommissionierarbeitsplätze aus. Häufig wird zusätzliche Sensorik installiert, mit der eventuelle Fehler erkannt und korrigiert werden können, um die Sortiergenauigkeit weiter zu erhöhen. Sichere und zuverlässige Sortierprozesse sind jederzeit garantiert. Vollständige Auftragsbehälter gelangen automatisch zum Warenausgang, Anbruchbehälter werden aus jedem Modul ins Shuttlelager rückgeführt und leere Behälter gehen in den Wareneingang zur erneuten Befüllung zurück.

Den Versand vom Warenausgang bis an die Haustür oder zu den Abholstationen übernehmen in der Regel Dienstleister. Diese verfügen über ein flächendeckendes Netz mit Sortierzentren, Niederlassungen und einem Zustellservice. Deren Anlagen sind überwiegend auf das traditionelle Paketspektrum ausgelegt. Deutlich steigende Sendungsmengen bei gleichzeitig sinkender Sendungsgrösse reizen ihre Leistung meist aus. Dazu kommen immer engere Lieferfenster und kürzere Zeiten für die Sortierung. Damit die Dienstleister die Anforderungen des E-Commerce erfüllen können, müssen sie ihre Leistung steigern.

Von manuell bis maschinengestützt

Die Leistung in bestehenden Gebäuden lässt sich erhöhen, indem eine maschinenunterstützte Pulkentladung von Wechselbrücken die manuelle Entladung ablöst. Dadurch ist ein deutlich höherer Tordurchsatz möglich. Beumer hat dazu die erste Generation einer semiautomatisch arbeitenden Maschine, den Beumer Parcel Picker, auf den Markt gebracht. Dieser entlastet Mitarbeiter von körperlich schwerer Arbeit und erhöht gleichzeitig die Produktivität. Das Personal in Post- und KEP-Unternehmen kann damit unterschiedlich grosse und schwere Pakete, Päckchen und Versandeinheiten aus Wechselbrücken und Trailern mit hoher Leistung entladen. Diese steigt mit kleiner werdenden Sendungen. Um den Pulkstrom effizient zu verarbeiten, müssen die Pakete automatisch vereinzelt werden. Dazu hat Beumer einen Singulator entwickelt, der auf die diskontinuierliche Arbeitsweise einer Loop-Sorter-Einschleusung abgestimmt ist. Der Singulator ist kompakt ausgeführt, seine Leistung wird von der Einschleusung bedarfsgerecht abgefordert. Er arbeitet zudem sehr leise und ist sehr wartungsfreundlich. Eine typische Anwendung sieht zwei Beumer Parcel Picker vor, die einen Singulator versorgen. Das Ergebnis der Vereinzelung wird von einem Bildsensor kontrolliert. Korrekt vereinzelte Pakete gelangen über eine Weiche zum Sorter, während nicht vereinzelte Sendungen zum Singulator zurückgeführt werden.


Info
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Mit den vielseitig einsetzbaren Quergurtsortern können Versandhändler oder -dienstleister ein effiziente, durchgängige Bearbeitung der Waren sicherstellen. (Bilder: Beumer Group)


Der E-Tray Sorter kommt weltweit in Post- und Verteilzentren zum Einsatz.


Der Parcel Picker ist eine semiautomatisch arbeitende Maschine, die Mitarbeiter von körperlich schwerer Arbeit entlastet und gleichzeitig die Produktivität erhöht.