Eine Publikation der Binkert Medien AG
Drei Lernorte für eine erfolgreiche Grundausbildung : Ausgabe 10/2016, 18.10.2016

Logistiker/-in: Ein Beruf mit Zukunft

Die Logistikbranche vergrössert ihre bedeutende Rolle für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft. Umso wichtiger wird eine solide Logistikgrundbildung, die in der Schweiz seit über 28 Jahren von der Schweizerischen Vereinigung für die Berufsbildung in der Logistik (ASFL SVBL) betreut wird.

Über die Jahre wurde das Berufsbild vom Lageristen, über den Logistikassistenten bis zum heutigen Logistiker immer wieder überarbeitet und modernisiert. 2015 entschied sich die ASFL SVBL als Organisation der Arbeitswelt (OdA) zusammen mit Bund und Kantonen für eine Totalrevision. Seit dem 1. Januar 2016 ist die neue Bildungsverordnung (BiVo) und der Bildungsplan (BiPla) für Logistiker/-­innen mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) und eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) von der Kommission für Berufsentwicklung und Qualität neu aufgebaut und vom SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) in Kraft gesetzt worden.

Ausbildungsstruktur nach Handlungskompetenzen

Die wichtigsten Erneuerungen gegenüber der vorhergehenden Bildungsverordnung sind die Anpassungen an eine moderne Ausbildungsstruktur mit Handlungskompetenzbereichen und die Ablösung der Berufsfeldbereiche durch drei mögliche Fachrichtungen. Die Orientierung nach Handlungskompetenzen und die vermehrte Integration von Umwelt- und Ressourceneffizienz waren wichtig, damit Logistiker/-­innen den fortschreitenden Anforderungen auch weiterhin gewachsen sind. Logistiker/-innen EBA werden ab 2016 ausschliesslich in den Handlungskompetenzbereichen A – E geschult und haben ein leicht reduziertes Kompetenzprofil im Vergleich zur EFZ-Ausbildung, bei welcher zusätzlich noch eine Fachrichtung (F – Distribution, G – Lager oder H – Verkehr) dazukommt. Weitere Informationen zu den Handlungskompetenzbereichen und deren Handlungskompetenzen sind im Bildungsplan zu finden. Er kann unter www.logistiker-logistikerin.ch/

bildungsplan heruntergeladen werden.

Nachhaltigkeit des dualen Berufsbildungssystems

Die Nachhaltigkeit der dualen Berufsbildung zeigt sich in der langen Tradition verschiedener Berufe. Über die Jahre wurden die Berufsbilder immer wieder angepasst und somit die Anforderungen der Praxis an die jungen Leute in der Schweiz neu definiert und die entsprechenden Ausbildungen «modernisiert». Das duale System wird dabei durch Bund (SBFI, Staatssekretariat für Berufsbildung, Forschung und Innovation) und Kantone (Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK als Fachkonferenz der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK) unterstützt. In einem 5-Jahres-Rhythmus ist eine Überprüfung der jeweiligen Berufsbilder vorgesehen. Nach dieser Prüfung kann eine OdA (Organisation der Arbeitswelt) das Berufsbild belassen respektive eine Teil- oder eine Totalrevision beantragen. So wird sichergestellt, dass der aktuelle Bezug der eidgenössischen Berufsabschlüsse bestehen bleibt und die Anforderungen der Praxis an die verschiedenen Berufsbilder «up to date» sind. Zudem hat sich die berufliche Ausbildung an drei verschiedenen Lernorten nicht nur ausgezeichnet etabliert, sondern auch eine weltweit positive Resonanz erreicht.

Einerseits besucht ein Lernender den Lehrbetrieb, Lehrbetriebsverbund, Lehrwerkstätten oder eine andere zu diesem Zweck anerkannte Institution, wo die praktischen Fertigkeiten des Berufs vermittelt werden.

Dann die Berufsfachschule, welche die schulische Bildung vermittelt, die aus dem Unterricht in den Berufskenntnissen, der Allgemeinbildung und dem Sport besteht und an 20 Berufsschulen in allen Sprachregionen der Schweiz stattfindet.

Und als dritte Instanz die überbetrieblichen Kurse, die der Vermittlung und dem Erwerb grundlegender Fertigkeiten dienen und die Ausbildung in der beruflichen Praxis sowie der schulischen Bildung ergänzen. Die allgemeinen Kurse für EBA und EFZ liegen in der Kompetenz der ASFL SVBL als OdA, während die Fachrichtungen durch die OdA-Partner mitbestimmt werden. Fachrichtung Distribution wird durch die Post CH AG unterstützt, Fachrichtung Verkehr durch die login Berufsbildung AG und die Hauptverantwortung für die Fachrichtung Lager liegt bei der ASFL SVBL.

Die Koordination und Kooperation der Lernorte (bezüglich Inhalten, Arbeitsmethoden, Zeitplanung, Gepflogenheiten des Berufs) werden von der OdA organisiert und sind eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der beruflichen Grundbildung. Die Auszubildenden sollen während der gesamten Ausbildung darin unterstützt werden, Theorie und Praxis miteinander in Beziehung zu bringen. Für die Auszubildenden ist es wichtig, dass sie während ihrer Grundausbildung das Handwerk und somit die besten Voraussetzungen einerseits für den Arbeitsalltag und andererseits für das Qualifikationsverfahren (QV) erlernen.

Vom Kompetenznachweis bis zum eidgenössischen Diplom

Die ASFL SVBL betreut als OdA Logistiker/-innen ab der Grundbildung auf allen Stufen mit weiterführenden Bildungsangeboten. Neben der beiden Ausbildungen zum/r Logistiker/-in auf den Stufen Berufsattest und Fähigkeitszeugnis, bietet die OdA zusammen mit INSOS (Nationaler Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung) seit 2016 die Ausbildungsstufe des Praktikers PrA Logistik mit individuellem Kompetenznachweis (IKN) an. Daneben darf auch die berufliche Ergänzungs- und Nachholbildung (Art. 31 Validierung und Art. 32 Nachholbildung) nicht fehlen. Diese stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, wie auch Erwachsene einen Berufsabschluss erreichen können.

Um sich fit für den Arbeitsmarkt zu halten, bietet die ASFL SVBL neben einem umfangreichen Angebot an Weiterbildungskursen zwei modular aufgebaute Lehrgänge zum/r Logistiker/-in mit eidgenössischem Fachausweis (Berufsprüfung) oder mit eidgenössischem Diplom (Höhere Fachprüfung, früher auch Meisterprüfung) an.

Info
ASFL SVBL
Schweizerische Vereinigung
für die Berufsbildung in der Logistik
5102 Rupperswil
Tel. 058 258 36 00
Fax 058 258 36 01
email@svbl.ch
www.svbl.ch



Mit der Unterstützung eines Berufsbildners werden im Betrieb Alltagssituationen geübt und gefestigt. (Bilder: ASFL SVBL)


Die Zusammenarbeit der drei Lernorte ist zentral und macht die Vermittlung der Handlungskompetenzen zu einer gemeinsamen Aufgabe.


Seit 2016 ist die Logistiker-Grundausbildung handlungskompetenzorientiert aufgebaut.

Zoom

Informations- veranstaltung

Aufgrund der grossen Nachfrage bietet die ASFL SVBL am 24. November 2016 im Ausbildungszentrum in Rupperswil noch eine zusätzliche Infoveranstaltung zur neuen Bildungsverordnung und zum Bildungsplan für Logistiker/-innen EBA/EFZ 2016 an.