Eine Publikation der Binkert Medien AG
Philippe Honegger, Leiter Vertriebszentrale, Denner-Verteilzentrum, Schmitten/FR : Ausgabe 10/2016, 17.10.2016

Mit geschickter Lagerplanung effizienter kommissionieren

Das Denner-Verteilzentrum in Schmitten ist für die Warenverteilung in der Westschweiz und in Teilen des Kantons Bern zuständig. Es werden 300 Filialen bedient. Im Bereich Lagertechnik arbeiten die Logistikverantwortlichen seit dem Jahr 2010 erfolgreich mit der Galler Lager- u. Regaltechnik GmbH mit Sitz in Kulmbach/Deutschland zusammen.

Der Grossverteiler Denner AG unterhält in der Schweiz fünf Verteilzentralen. In Frauenfeld, Mägenwil und Schmitten wird Hartware kommissioniert, während in Dietikon und Lyss Frischprodukte umgeschlagen werden. «Material Handling» war zu Besuch im Verteilzentrum Schmitten, wo zur Zeit von der Firma Galler Einschubregale montiert werden. Der dortige Leiter der Vertriebszentrale, Philippe Honegger, gab im Interview Einblick in die Entwicklung der Lagertechnik am Standort.

Material Handling: Herr Honegger, welche Aufgabe hat das Verteilzentrum Schmitten?

Philippe Honegger: Waren unserer Lieferanten werden angeliefert und hier zwischengelagert. Wir beliefern dann die Filialen in dem uns zugeteilten Verkaufsgebiet. Unser Kerngeschäft ist die Kommissionierung. Täglich werden etwa 2000 Paletten angeliefert. Wir verfügen über eine Lagerkapazität von rund 18 000 Paletten. Pro Jahr werden 32,5 Millionen Collis ausgeliefert. Tendenz steigend.

MH: Wie ist Ihr Lager aufgebaut?

Honegger: Im Jahr 2010 begann unsere Zusammenarbeit mit der Galler Lager- und Regaltechnik GmbH. Damals stellte sich für uns die Aufgabe, den Standort zu optimieren. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1982. Es gab Diskussionen darüber, welche Regaltechnik hier installiert werden sollte, um unsere Prozesse bestens zu unterstützen. In einer ersten Phase wurde im Jahr 2010 ein Teil der Halle komplett geleert, um für zwei Galler-Palettendurchlaufregale Platz zu schaffen. Diese sind für unsere Getränke-Kommissionierung bestimmt. In der zweiten Phase haben wir in das Hochregallager sogenannte Einschubregale eingebaut, die uns eine Kapazitätssteigerung betreffend Anzahl Paletten, aber auch eine Effizienzverbesserung bei der Kommissionierleistung bringen. In der dritten Phase wurde im Oktober 2014 das bestehende und in die Jahre gekommene Palettenhochregallager komplett saniert. Momentan sind die Montagearbeiten an zwei weiteren Einschubregalen in das Hochregallager in vollem Gange. Das ist die vierte Phase unserer Lageroptimierung. Anschliessend werden wir das Lagergebäude einer Sanierung unterziehen.

MH: Was muss ich unter dem Begriff Einschubregal verstehen?

Honegger: Beim Einschubregal werden die Paletten mit dem Stapler eingeschoben. Die dahinter liegenden Paletten gleiten auf der Rollenbahn nach rückwärts.

MH: Welchen Vorteil bieten die Palettendurchlaufregale?

Honegger: Die Palettendurchlaufregale sind sehr kompakt gebaut. Die maximale Tragfähigkeit kann individuell definiert werden. Die Ware rollt ohne jegliche elektrische Antriebe nach. Ist der richtige Anstellwinkel in den Regalen einmal eingestellt, funktionieren diese tadellos. Wenn es trotzdem selten zu Stockungen kommt, liegt das nicht am Regal, sondern an der Ware. Wir fordern in einem solchen Fall die Zulieferanten auf, die Paletten besser und straffer zu stretchen. Stabile Paletten sind für eine hohe Verfügbarkeit der Durchlaufregale unumgänglich.

MH: Können Sie mir die Ansätze zur Steigerung der Kommissionierleistung erklären?

Honegger: Wir wollten von Anfang an die Steigerung der Kommissionierleistung nicht zu Lasten unserer Mitarbeitenden realisieren, das heisst, nicht mehr Schnelligkeit bei der Arbeit einfordern. Stattdessen sollte es durch lagertechnische Massnahmen unseren Kommissionierern ermöglicht werden, bei gleicher Aktivität mehr Ware kommissionieren zu können. Das kann mit einem ausgeklügelten Lagerkonzept umgesetzt werden. Der Kommissionierer geht heute kürzere Wege und er muss nicht mehr warten, bis neue Ware am Lagerplatz bereit steht. Der Staplerfahrer kann seine Zeit viel besser einteilen. Es ist nicht mehr nötig, dass er sofort für Nachschub sorgt, wenn eine Palette leer ist, weil eine weitere gleich nachrollt. Für ihn fällt also der Druck weg. Der Kommissionierfluss ist viel besser gewährleistet, weil drei Paletten als Nachschub im Einschublager parat stehen.

MH: Welche Waren sind zu kommissionieren und wo findet das statt?

Honegger: Unser Lager ist in fünf Bereiche eingeteilt: Getränke, Kolonialwaren, Konserven, Non-Food und Aktionen. Die Kommissionierer arbeiten in je einem dieser Bereiche. So gewährleisten wir, dass Ware die zusammengehört auch zusammen bleibt. Die Einschubregale sind für schnell drehende Waren bestimmt, beispielsweise Toilettenpapier oder Haushaltspapier. Wir müssen eine gewisse Umschlaghäufigkeit vorweisen können, damit sich die Abarbeitung im Einschubregal rentiert. Ein Einschubregal werden wir für unsere Aktionsware benutzen. Die Durchlaufregale sind rein für Getränke bestimmt.

MH: Wieviel Zeit braucht die Realisierung des Projekts Einschubregale?

Honegger: Inklusive der Demontage wurde bisher eineinhalb Wochen gearbeitet. Die Spezialisten von Galler arbeiten sehr kompetent und schnell. Die Zusammenarbeit mit dem Montage-Team funktioniert einwandfrei. Zeitaufwändig ist dagegen die Demontage der bestehenden Sprinkleranlage und die Installation einer neuen.

MH: Wie lief die Planungsphase ab?

Honegger: Wir arbeiten sehr eng mit MES (Migros Engineering Solutions) zusammen. Mit den dortigen Ingenieuren haben wir gemeinsam eine sehr detaillierte Ausschreibung erarbeitet. Diese ist dann von der Galler Lager- und Regaltechnik GmbH umgesetzt worden.

MH: Ist Galler der Hoflieferant von Denner in Sachen Regaltechnik?

Honegger: Grundsätzlich wird für jedes Projekt eine Ausschreibung gemacht. Die Logistikverantwortlichen in jedem Denner-Verteilzentrum dürfen aber selbst entscheiden, mit welchem Lieferanten zusammengearbeitet werden soll. Wir haben hier in Schmitten mit der Galler Lager- und Regaltechnik GmbH beste Erfahrungen gemacht. Die Spezialisten aus Kulmbach und auch der Schweizer Vertriebsverantwortliche, Herr Andy Cartolaro, haben uns bei der Realisierung bestens unterstützt. Sie haben es verstanden, sich in die Problematik des Kunden hineinzudenken. Es geht nicht darum, nur Regale aufzustellen, sondern mit dem Kunden eine Lösung für die Thematik «Verbesserung der Kommissioniereffizienz» zu finden.

MH: Herr Honegger, besten Dank für die interessanten Ausführungen.


Info
Galler Lager- und Regaltechnik GmbH
Werksvertretung Schweiz
Andy Cartolaro
8214 Gächlingen
Tel. 0848 700 111
Mobil 079 668 68 14
Fax 052 588 02 07
andy.cartolaro@galler.de
www.galler.de



Nachrückende Palette mit WC-Papier im Einschubregal. (Bilder: Martin Beltinger)


«Bei der Lagerplanung haben wir kurze Wege für unsere Kommissionierer realisiert.» Phillipe Honegger, Leiter Vertriebszentrale, Denner AG


Vierte Phase der Lageroptimierung mit den neuen Einschub­regalen.


Getränkepalette gleitet auf der Rollenbahn des Durchlaufregals zur Entnahme­position.

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Die Lager- und Regalspezialisten

Galler gehört zu den führenden europäischen Anbietern von Regalen und Anlagen zur Lagerung von Paletten und Industriegütern. Die Produkte sind von Präzision und Qualität geprägt. Mit einer kundenorientierten und professionellen Arbeitsweise wird vor Ort beim Kunden die eigene Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Zahlreiche namhafte Referenzen unterstreichen die Marktposition des Unternehmens.