Eine Publikation der Binkert Medien AG
Igor Mladenovic, Immark AG, Regensdorf/ZH und Jürg Vögeli, KWS Stapler AG, Marthalen/ZH : Ausgabe 12/2016, 13.12.2016

Härtetest im rauen Recyclingumfeld

Bei der Immark AG steht am Standort Regensdorf ein BYD ECB35 Elektro-Gegengewichtsstapler mit einer Tragfähigkeit von 3,5 Tonnen im Testbetrieb. Das Unternehmen prüft im praktischen Einsatz die Vorteile der im Stapler verbauten Lithium-Eisenphosphat-Batterie.

Das Unternehmen ist Pionier und Marktleader im Bereich Wiederver­wertung und Entsorgung von Elektronikschrott in der Schweiz. 1986 gegründet, gehört die Immark AG seit 2010 zur Thommen-Gruppe in Kaiseraugst und ist bis weit über die Landesgrenzen bestens bekannt. Ausgehend von den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft entwickelt die Immark AG überzeugende technische Lösungen im Bereich der Trenntechnik und generiert wertvolle Rohstoffe. Schadstoffe, die nicht mehr verwertet werden können, entsorgt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern. Mit 95 Prozent liegt die Immark-Recyclingquote weit über der von der Europäischen Elektronikschrott-Direktive (WEEE) geforderten Norm. In Liestal wird ein regionales Triagezentrum betrieben. In Regensdorf werden mit modernster Trenntechnologie die wertvollen Rohstoffe zurückgewonnen.

Als Generalvertretung für die Schweiz und Liechtenstein präsentiert das Unternehmen innovative Stapler und Lagerhausgeräte. Dabei werden die Ansprüche der Kunden aus Handwerk, Handel, Industrie- und Logistikunternehmen erfüllt. Mit viel Erfahrung und jahrelang gewachsenem Know-how werden zusammen mit den Kunden wirtschaftliche Logistikkonzepte als Einzel- oder auch als Flottengeschäft gemeinsam erarbeitet. Fuhrpark- und Einsatzanalysen helfen bei der Geräteentscheidung. Die Unterstützung bei der Wahl des Finanzierungsmodells rundet den umfangreichen Service der KWS Stapler AG ab. Der technische Kundendienst ist für seinen markenübergreifenden Service weit über die Region hinaus bekannt. Die Servicetechniker verfügen über ein umfangreiches Ersatzteillager. Dank kurzen Reaktionszeiten wird für eine hohe Verfügbarkeit der Flurförderzeuge bei den Kunden gesorgt.

Die BYD Company Limited mit Hauptsitz in Shenzen (China) hat am Gabelstaplermarkt für Furore gesorgt. Der Erfolg dieser Staplermarke beruht auf der einzigartigen Batterietechnik mit High-Speed-Lademethode. Der Wettbewerb hat zur Zeit nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. BYD wurde darum nicht umsonst mit dem IFOY-Award ausgezeichnet. «Materiel Handling» hatte Gelegenheit zu einem Interview bei der Immark AG am Standort Regensdorf. Igor Mladenovic, Produktionsleiter/stv. Betriebsleiter, bei der Immark AG und Jürg Vögeli, Vertriebsmanager der KWS Stapler AG in Marthalen, informierten über die Erkenntnisse aus dem Testbetrieb.

Material Handling: Herr Mladenovic, was ist der Grund dafür, dass Sie hier in Regensdorf einen BYD ECB35-Elektrogegengewichtsstapler zur Probe fahren?

Igor Mladenovic: Die Anschaffung eines Elektrostaplers steht schon seit längerem auf der Traktandenliste unseres Unternehmens. Wir wollen uns zeitnah von den thermisch betriebenen Flurförderzeugen verabschieden. Speziell geht es darum, die Betriebs- und Servicekosten zu reduzieren und in der Produktionshalle einen emissionsfreien Betrieb zu gewährleisten. Darum haben wir als ersten Schritt diesen BYD ECB35-Elektrogegengewichststapler hier in Betrieb genommen.

MH: Was sind die besonderen Herausforderungen bei diesem Staplereinsatz?

Mladenovic: Wir wollen überprüfen, ob die Batterie unseren hohen Anforderungen hinsichtlich kurzen Lade- und langen Betriebszeiten auch gerecht werden kann.

Das Besondere bei unseren Einsatzszenarien ist, dass der Stapler nicht nur zum Heben und Senken verwendet wird, sondern die Last auch drehen muss. Die Hydraulik ist auf die drehbare Klammergabel abgestimmt. Mindestens 40 Liter Hydrauliköl sind für die Zusatzfunktionen nötig. Die Einschaltdauer der Hydraulikpumpe ist dementsprechend hoch. Wir möchten sehen, wie die Batterie mit diesen erschwerten Bedingungen klar kommt. Zudem machen wir uns ein detailliertes Bild von der Bedienerfreundlichkeit und den ergonomischen Vorzügen des BYD ECB35.

MH: Hatten Sie auch Kontakt zu anderen Staplerlieferanten?

Mladenovic: Wir sind auch mit Beratern anderer Firmen am Tisch gesessen. Alle waren so ehrlich, dass ihre Elektrostapler die Anforderungen an einen Zwei-Schicht-Betrieb mit Drehen, Heben, Senken und Fahren wahrscheinlich nicht erfüllen könnten. Zudem wurde von uns vorgegeben, dass wir auf eine Wechselbatterie aus Platz- und Zeitgründen verzichten.

MH: Die Immark AG ist Teil der Thommen-Gruppe mit Sitz in Kaiseraugst. Ist auch im zweiten Immark-Werk in Liestal ein Ersatz der Verbrenner durch BYD-Elektrostapler vorgesehen?

Mladenovic: Wir sind hier in Regensdorf ein firmeninterner Testbetrieb. Wenn wir zu einem positiven Ergebnis bei unseren Prüfungen kommen, ist der BYD-Stapler auch für einen Einsatz im Werk Liestal tauglich. Unsere konzernweite Ausrichtung ist klar definiert: Wir wollen Prozesse, welche die Umwelt weniger belasten.

Jürg Vögeli: Die Anforderungen an den Staplerbetrieb hier in Regensdorf sind extrem: Hohe Staubbelastung, grosse Temperaturschwankungen, kurze und lange Fahrstrecken etc. Wenn ein Elektrostapler unter diesen erschwerten Randbedingungen den Test besteht, ist er auch an anderen Orten problemlos einsetzbar. Dieser Testbetrieb gilt auch für uns als Gradmesser. Wir wissen nachher genau, was wir einem BYD-Elektrostapler zumuten dürfen.

MH: Herr Vögeli, was ist der Grund, dass Sie der Immark AG einen BYD-Elektrostapler zu Testzwecken zur Verfügung stellen?

Vögeli: Lassen Sie mich bitte ein bisschen weiter ausholen. Die KWS Stapler AG ist beim VSMR (Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling) Passivmitglied. Wir betreiben intensives Networking. Unser Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt Produkte auf den Markt zu bringen, die in Sachen Ökologie und Innovation Massstäbe setzen. Für die Einführung der BYD-Stapler suchen wir uns spezielle Zielgruppen aus, in denen diese Stapler den Logistikverantwortlichen präsentiert werden.

MH: Herr Mladenovic, stimmen die kurzen Ladezeiten, die in den BYD-Prospekten nachzulesen sind?

Mladenovic: Persönlich bin ich ein Typ, der gerne den Grenzbereich ausreizen möchte. Das tun wir momentan mit dem BYD ECB35. Unsere Schichten dauern von fünf Uhr morgens bis 14 Uhr am Nachmittag bzw. 14 Uhr bis 23 Uhr in der Nacht. Abends um 19 Uhr 30, wenn die zweite Schicht ihre Pause hat, standen noch zwanzig Prozent Batterieleistung zur Verfügung. Die Leute waren wegen der Restleistung skeptisch und steckten den BYD-Stapler an das Ladegerät. Nach der halbstündigen Pause standen dann 42 Prozent Batterieleistung zur Verfügung, was für den Rest der Schicht völlig ausreichend war. Wir machten am folgenden Tag die Probe aufs Exempel: Ohne Zwischenladung in der Pause waren um 22 Uhr 30 noch fünf Prozent an Leistungsreserve vorhanden. Das heisst, die Leistungsdaten der Batterie konnten in der Praxis vollumfänglich nachgewiesen werden.

Vögeli: Über den Daumen gesagt kann man davon ausgehen, das jede Minute am Ladegerät einem Prozent an geladener Energie entspricht. Eine wichtige Rolle spielt der Stecker. Habe ich einen 32-Ampere- oder 64-Ampere-Stecker? Mit letzterem wird mehr Leistung pro Zeiteinheit übertragen. Unsere Batterien sind auf 80 Volt ausgelegt, auch jene der Stapler mit weniger Tragfähigkeit als der BYD ECB35. Ich kenne bisher keinen Hersteller in Europa, der eine Lithium-Ionen-Batterie mit 80 Volt vertreibt. Zudem verwendet BYD in der Eisenphosphat-Batterie keine Polymerverbindungen, wie das bei der Lithium-Ionen-Batterie der Fall ist. Das heisst, es besteht keine Brandgefahr.

Der hohe Sicherheitsstandard der Lithium-Eisenphosphat-Batterie beispielsweise bezüglich Schlag- oder Stossfestigkeit ist nach UL 1642, UL 2580, UN 38,3 und QC/T 743 geprüft. Die Batterie gast nicht aus.

MH: Welche Rolle spielt das BYD-Ladegerät?

Vögeli: Bei BYD erhält der Kunde das Ladegerät, das Batteriesystem und den Stapler aus einer Hand. Kommuniziert wird via CAN-Bus. Das Ladegerät kennt die Historie des Staplers, wenn dieser angeschlossen wird. Der Ladecontroller kennt genau die optimale nachzuladende Leistung für den Stapler zum jeweiligen Zeitpunkt. Die Batterie wird viel schonender geladen. Alles ist elektronisch ideal aufeinander abgestimmt.

MH: Wie spare ich bei der Wartung?

Vögeli: Die dualen AC-Wechselstrommotoren für den Frontantrieb sind langlebig. Sie treiben das Fahrzeug direkt über die Vorderräder an. Es gibt keinen Wandler im Stapler. Die Ölbadlamellenbremsen halten über die gesamte Gerätelebensdauer. Grosse Mengen von teurem, destilliertem Wasser sind nicht erforderlich. Es gibt eine ganze Menge an Konstruktionsmerkmalen aufzuzeigen, die klar machen, dass der BYD-Stapler mit der Handschrift von Profis konstruiert worden ist.

MH: Herr Mladenovic, haben Sie die Assistenzsysteme schon ausprobiert?

Mladenovic: Die automatische Geschwindigkeitsreduzierung bei Kurvenfahrt ist bei den teils schweren Lasten, die wir bewegen, sehr hilfreich. Weiters gibt es ein Bremsassistenzsystem, das besonders beim Rampenfahren seine Vorzüge aufzeigt. Ein Überladungsschutz und die TFT-Multifunktionsanzeige dokumentieren den hohen Sicherheitsstandard des BYD-Staplers. Überzeugt hat uns auch der qualitativ hochwertige Grammer-Fahrersitz.

MH: Hält der BYD-Stapler auch einen Vergleich mit den Geräten der einschlägig bekannten Marken Stand?

Vögeli: Wenn Sie den BYD-Stapler sehen – noch besser anfassen – dann kommen Sie zum Schluss: Der BYD–Stapler ist wertig. Wir sind ein gewisses Risiko eingegangen, als wir bei der Gründung unseres Unternehmens fünf Exemplare miteinander bestellt haben. Wir sind vom Qualitätsstandard der BYD-Stapler sehr positiv überrascht.

Mladenovic: Die Ansprüche unserer Staplerfahrer erfüllt der BYD-Stapler in jeglicher Hinsicht. Einfache Bedienung und Menu-Führung, ergonomisch sinnvoll gestaltet, hohes Sicherheitsniveau und effizienter Betrieb. Wir haben nicht das Gefühl, der BYD sei ein billiger Importstapler aus China. Ganz im Gegenteil: Meine Kollegen arbeiten sehr gerne auf diesem Gerät. Der entscheidende Vorteil ist jedoch die innovative Lithium-Eisenphosphat-Batterietechnologie.

MH: Für mich aussergewöhnlich ist die lange Batterielebensdauer. 8 Jahre Garantie oder 10 000 Betriebsstunden. Mindestens 65 Prozent der Batterielebensdauer sollen nach 8 Jahren noch verfügbar sein?

Vögeli: Für BYD sind die Stapler nicht das Kernprodukt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Speicher- und Solarprodukte. Es ist angedacht, dass beim Erreichen der Fahrzeuglebensdauer auch das Ende der Batterielebensdauer ansteht. Wenn die Batterie dann och über 65 Prozent an Restkapazität verfügt, muss sie nicht entsorgt werden. Die Restkapazität reicht nämlich für einen stationären Betrieb –beispielsweise in einer Solaranlage aus.

MH: Herr Vögeli, wie geht es mit BYD mittelfristig in der Schweiz weiter?

Vögeli: Mit den BYD-Maschinen in 80-Volt-Technologie gehen wir von einem technologischen Vorsprung von drei Jahren aus. Auch die etablierten Staplerfirmen werden nachziehen. BYD wird die Geräte so weiterentwickeln, dass der Betreiber mit einem Energieverbrauch von etwa 10 Prozent eines Verbrenners bei gleicher Tragfähigkeit auskommen wird. Die Eisenphosphat-Batterie wird bereits für höhere Tragfähigkeitsklassen vorbereitet. Wir haben vollstes Vertrauen in die technologische Innovationskraft unserer chinesischen Partner.

MH: Meine Herren, besten Dank für das aufschlussreiche Gespräch.


Info
KWS Stapler AG
8460 Marthalen/ZH
Tel. 052 305 47 27
Fax 052 305 47 48
info@kws-stapler.ch
www.kws-stapler.ch



Der BYD ECB35 beim Einbunkern von Material mit der drehbaren Klammergabel. (Bilder: Martin Beltinger)


Der Elektro­anschluss für die Verbindung zum Ladegerät.


Igor Mladenovic (links) und Jürg Vögeli beglückwünschen sich zum erfolgreichen Staplertest.


Befüllen eines Maschinentrichters mit dem BYD ECB35 Elektro-Gegengewichtsstapler.

Zoom: Die Immark AG

Das Unternehmen ist Pionier und Marktleader im Bereich Wiederver­wertung und Entsorgung von Elektronikschrott in der Schweiz. 1986 gegründet, gehört die Immark AG seit 2010 zur Thommen-Gruppe in Kaiseraugst und ist bis weit über die Landesgrenzen bestens bekannt. Ausgehend von den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft entwickelt die Immark AG überzeugende technische Lösungen im Bereich der Trenntechnik und generiert wertvolle Rohstoffe. Schadstoffe, die nicht mehr verwertet werden können, entsorgt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern. Mit 95 Prozent liegt die Immark-Recyclingquote weit über der von der Europäischen Elektronikschrott-Direktive (WEEE) geforderten Norm. In Liestal wird ein regionales Triagezentrum betrieben. In Regensdorf werden mit modernster Trenntechnologie die wertvollen Rohstoffe zurückgewonnen.

Zoom: Die KWS Stapler AG

Als Generalvertretung für die Schweiz und Liechtenstein präsentiert das Unternehmen innovative Stapler und Lagerhausgeräte. Dabei werden die Ansprüche der Kunden aus Handwerk, Handel, Industrie- und Logistikunternehmen erfüllt. Mit viel Erfahrung und jahrelang gewachsenem Know-how werden zusammen mit den Kunden wirtschaftliche Logistikkonzepte als Einzel- oder auch als Flottengeschäft gemeinsam erarbeitet. Fuhrpark- und Einsatzanalysen helfen bei der Geräteentscheidung. Die Unterstützung bei der Wahl des Finanzierungsmodells rundet den umfangreichen Service der KWS Stapler AG ab. Der technische Kundendienst ist für seinen markenübergreifenden Service weit über die Region hinaus bekannt. Die Servicetechniker verfügen über ein umfangreiches Ersatzteillager. Dank kurzen Reaktionszeiten wird für eine hohe Verfügbarkeit der Flurförderzeuge bei den Kunden gesorgt.