Eine Publikation der Binkert Medien AG
Skriptsprache Lua für schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme von Robotern : Ausgabe 03/2016, 15.03.2016

Schlanke Kommandos für Industrie 4.0

Das Engineering Framework Open Core Engineering von Rexroth unterstützt auch die Skriptsprache Lua. Anwender haben damit eine weitere Möglichkeit, mehr Intelligenz in die Produktion zu bringen.

Die einfache und verständliche Syntax von Lua hat sich weltweit bewährt. Die Vorteile, die beispielsweise zur Steuerung komplexer Figuren in Computerspielen genutzt werden, macht Bosch Rexroth jetzt auch der Automatisierungsbranche zugänglich. Lua lässt sich zur Steuerung von Robotern oder zur Programmierung von Achsbewegungen einsetzen. Der Endanwender kann sein Maschinenprogramm mit einfachen Software-Werkzeugen selbst optimieren – ohne eine Zeile SPS-Code programmieren zu müssen. Lua eignet sich ideal für den Einsatz in kleinen, vernetzten Geräten und Steuerungen, da die Grösse des Skript-Interpreters von weniger als einem halben Megabyte sehr gering ist. In der modularen Produktion können auf dem Werkstückträger per RFID-Chip gespeicherte Lua-Skripte komplette Arbeitsanweisungen enthalten. Maschinen in einem M2M-Verbund oder übergeordnete Produktionssysteme generieren Skripte selbständig, um damit weitere Prozesse und Maschinen anzusteuern – als Basis für vernetzte Maschinenintelligenz. Im Hinblick auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Industrie-4.0-Umfeld hat Rexroth den Lua-Interpreter in das Open Core Interface seiner IndraMotion MLC Steuerungen integriert. Maschinenbauer erstellen dadurch Lösungen mit einer Kombination aus Lua und SPS-Code, bei denen die kundenspezifischen Anteile in das Skript wandern. Dies verringert den Anpassungsaufwand für die technische Entwicklung deutlich. Die Flexibilität von Lua macht anwendungsspezifische Kommandoschnittstellen möglich, mit denen sich Achsbewegungen von Robotern und anderen Maschinen sehr einfach definieren lassen. Beispielsweise gibt es von Rexroth eine einfache Funktionsbibliothek für die Programmiersprache Robot Control Language (RCL), die den Umstieg erleichtert. Als Ersatz für RCL nutzt das Steuerungssystem IndraMotion MLC dann Lua-Skript. Um einen Pick-and-Place-Vorgang in Lua abzubilden, benötigen Konstrukteure keine aufwendigen Tools und Entwicklungsumgebungen mehr. Sie schreiben lediglich ein simples Skript in einem gewöhnlichen Texteditor und übertragen es per Filetransfer an die Steuerung. Nächste Ausbaustufen versprechen auch das browserbasierte Editieren und Testen auf dem integrierten Webserver der Steuerung. Ist der anwendungsspezifische SPS-Code einmal in einfache, gut zugängliche Lua-Skripte verlagert, wird die Logik auch für den Endanwender transparent, verständlich und adaptierbar. Im Hinblick auf eine schnelle Inbetriebnahme lädt der Endanwender das Skript kurzerhand aus der Steuerung in den Texteditor und schliesst die Programmierung der Achsbewegungen ab. Auch der Serviceaufwand vor Ort verringert sich, wenn künftige Anpassungen vom Kunden oder einem Techniker per Fernwartung vorgenommen werden. Das Software Development Kit (SDK) zur Skriptsprache Lua für Open Core Interface kann ab sofort kostenfrei über das Engineering Network von Rexroth heruntergeladen werden. Als Entwicklungsumgebung dient das ebenfalls kostenfrei verfügbare Lua Development Toolkit (LDT).


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Mit Lua lassen sich Achsbewegungen von Robotern sehr einfach definieren. (Bild: Bosch Rexroth)