Eine Publikation der Binkert Medien AG
Hans van Leeuwen, Business Manager, Toyota Material Handling Europe (TMHE) : Ausgabe 05/2016, 16.05.2016

Entscheidend ist die Nähe zum Kunden

Toyota Material Handling verkauft weltweit die meisten Flurförderzeuge. Seit Jahren nimmt das Unternehmen diese Spitzenposition im Weltmarkt ein. An der CeMAT in Hannover vom 31. Mai bis 3. Juni 2016 präsentiert TMHE eine ganze Reihe von neuen Geräten.

An der CeMAT Preview in Hannover präsentierte Toyota Material Handling Europe (TMHE) für Journalisten zahlreiche Neuigkeiten, die an der weltweit grössten Intralogistikmesse Ende Mai zu sehen sein werden. Material Handling hatte Gelegenheit zu einem Interview mit Hans van Leeuwen. Er ist Executive Vice President Service & Logistic Solutions.

Material Handling: Herr van Leeuwen, wie kommen Sie mit dem Zwei-Jahres-Rhythmus der CeMAT zurecht?

Hans van Leeuwen: Wir selbst haben diese Entscheidung nicht getroffen. Wir können damit gut leben, weil wir als Weltmarktführer praktisch ständig Innovationen anbieten. Angesichts der Bedeutung der CeMAT betreiben wir natürlich einen hohen Aufwand. Kostenmässig ist es für uns egal, ob wir einen Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus haben. Es bleibt sich dasselbe, denn wir müssen in beiden Fällen die Ausgaben aus unserem Unternehmensgewinn begleichen. Ich gebe zu, dass wir uns wegen der Vielzahl der Messen weltweit mit einem Zyklus von drei Jahren besser anfreunden könnten. Wir sehen die momentane Situation aber trotzdem positiv.

MH: Toyota ist in Sachen neue Antriebstechnologien stets Vorreiter gewesen. Der Wettbewerb befasst sich eigentlich erst seit Kurzem mit der Lithium-Ionen-Technologie, wogegen Toyota bereits vor zehn Jahren diese Technologie eingeführt hat, beispielsweise im Bereich Automotive mit dem Prius. Sind die grossen Anbieter bei Flurförderzeugen nicht sehr spät auf diesen Zug aufgesprungen?

van Leeuwen: Nachdem unser Automotive-Bereich den Prius anrollen liess, standen wir vor einer schwierigen Situation. Es war uns allen nicht klar, wie die Integration der Lithium-Ionen-Technologie in die Flurförderzeuge erfolgen soll. Wir waren mit zwei weiteren Technologien konfrontiert: Hybrid, was sich nie richtig durchsetzen konnte, und die Fuel Cell (Wasserstoff-Technologie), die in den Vereinigten Staaten vom Staat gefördert worden ist. Die Brennstoffzelle erfordert einen hohen Infrastrukturaufwand. Es ist logisch, dass wir uns und natürlich auch der Wettbewerb verstärkt mit der Lithium-Ionen-Technologie auseinandersetzen.

MH: Braucht es staatliche Unterstützung, damit die neuen Antriebstechnologien überhaupt sinnvoll zu vermarkten sind?

van Leeuwen: Wenn der Staat die Anschaffung nicht fördert – etwa in Form von Steuererleichterungen oder anderen Sub- ventionen – wird die Brennstoffzelle wahrscheinlich keine Zukunft haben. Auch für die weiteren Zukunftstechnologien sollte ein Anreiz geschaffen werden. Wenn man konkrete Ziele hat, wie viele Elektrofahrzeuge beispielsweise in Deutschland im Jahr 2020 auf den Strassen fahren sollen, funktioniert das meines Erachtens nur über eine indirekte Finanzierung und verbind­liche Regelungen vom Staat.

MH: Ist die Brennstoffzelle kalter Kaffee von gestern?

van Leeuwen: Das kann man so nicht sagen. Wenn ein Unternehmen die nötigen Rahmenbedingungen bereitstellen kann, mit Tankstellen und eigener Wasserstoffproduktion, dann rechnet sich das. Ein Beispiel dafür ist die französische Air Liquide, die ihre Staplerflotte mit Wasserstoff betreibt. Die Bereitstellung der Infrastruktur kostet momentan, auch für ein Grossunternehmen, noch sehr viel Geld.

MH: Kann ich für Ihr gesamtes Produktportfolio eine Lithium-Ionen-Variante bestellen?

van Leeuwen: Bei sechs der sieben Produktgruppen, die wir vertreiben, besteht die Möglichkeit die Fahrzeuge direkt ab Werk als Lithium-Ionen-Variante zu kaufen. Einzig der Schmalgangstapler ist noch nicht mit dieser Technologie erhältlich.

MH: Ihre Lithium-Ionen-Batterie-Lieferanten sind Hoppecke und Alelion. Gibt es einen Grund, warum Sie mit diesen beiden Unternehmen kooperieren?

van Leeuwen: Beide Lieferanten waren von Anfang an in die Entwicklungen mit eingebunden. Die schwedische Alelion Batteries AB wurde bereits 2006 gegründet. Damals waren sie Pioniere der Lithium-Ionen-Batterietechnik. Hoppecke ist ein bekanntes deutsches Unternehmen, das eine innovative Lösung für die sich verändernden technischen Anforderungen des Marktes nach höheren Lebensdauerzyklen und Leistungen bietet. Die Grundmodule werden am deutschen Standort in Zwickau gefertigt. Hoppecke verfügt über mehr als 85 Jahren Erfahrung in der Forschung und Entwicklung von Energiespeichersystemen für industrielle Anwendungen. Eine Batterie ist für uns eigentlich ein Einkaufsartikel. Unser Aufwand in der Entwicklung war die Abstimmung mit den Fahrzeugen, das sogenannte Batterie-Management.

MH: Wie hoch ist der Anteil der verkauften Lithium-Ionen-Geräte an der Gesamtproduktion?

van Leeuwen: Wir reden von etwa zehn Prozent mit steigender Tendenz.

MH: Welches Feedback bekommen Sie von den Anwendern?

van Leeuwen: Die Leute sind sehr zufrieden und nutzen die kurzen Ladezeiten. Nur etwas sei gesagt: Auch bei den Lithium-Ionen-Batterien muss der Ladevorgang sehr gut organisiert werden, speziell, wenn mehrere Maschinen im Einsatz stehen. Wenn das der Fall ist, kommen die Anwender mit den Geräten sehr gut zurecht.

MH: Wie wollen Sie es schaffen, auch in Europa zur Nummer Eins im Bereich Flurförderzeuge zu werden?

van Leeuwen: Entscheidend wird die Nähe zum Kunden sein. Wir haben die Bedeutung des Kundendienstes, während des gesamten Produktlebenszyklus, erkannt und sind darauf fokussiert. Der Serviceeinsatz ist im Laufe der letzten zehn Jahre kontinuierlich und mit nachweislich hoher Kundenzufriedenheit weiterentwickelt worden. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft den deutlich gestiegenen Anforderungen vollständig gerecht zu werden.

MH: Was sind die Highlights für die CeMAT-Messebesucher im Jahr 2016 am TMHE-Stand?

Van Leeuwen: Hervorheben möchte ich die Produkte mit Lithium-Ionen-Antrieb für hohe Produktivität in Intensiv- und Mehrschichteinsätzen. Vom Traigo mit 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie bis zu unserer Routenzug-Lösung BT Movit TSE500 mit Lithium-Ionen-Batterie finden Interessenten spannende Produkte, die einen wertschöpfenden internen Warenfluss gewährleisten. Ausserdem bieten wir Informationen über unser Miet-, Gebraucht- und Serviceangebot.

MH: Herr van Leeuwen, besten Dank für das Interessante Gespräch.


Info
Toyota Material Handling Schweiz AG
8153 Rümlang
Tel. 0844 869 682
Fax 043 211 20 61
info@ch.toyota-industries.eu
www.toyota-forklifts.ch

CeMAT: Pavillon P32, Freigelände



Das Management-Team von TMHE an der CeMAT- Preview mit Chairman Norio Wakabayashi (Bildmitte). (Bilder: TMHE, MH Redaktion)


Auch bei den Lithium-Ionen-Batterien muss der Ladevorgang sehr gut organisiert werden, speziell wenn mehrere Maschinen im Einsatz stehen.


Der Elektrogegengewichtsstapler Traigo 16 mit Lithium-Ionen-Technologie wurde an der CeMAT Preview den Fachjourna­listen präsentiert.


Hans van Leeuwen: «Unsere Lithium-Ionen-Geräte gewährleisten einen wertschöpfenden internen Warenfluss.»

«New Energy Now»

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Unter diesem Motto präsentiert Toyota Material Handling Europe sein einzigartiges und erweitertes Lithium-Ionen-Sortiment. Toyota Material Handling konzentriert sich weiterhin auf innovative Energielösungen und präsentiert sein erweitertes Lithium-Ionen-Sortiment, das nun auch 48-Volt-Gegengewichtsstapler und Schubmaststapler beinhaltet. Dank des grössten Lithium-Ionen-betriebenen Produktportfolios auf dem Markt, ist Toyota Material Handling in der Lage, eine Vielzahl an Unternehmen in Produktion und Logisitik mit dieser Lösung auszustatten.

Das erste Lithium-Ionen-Sortiment aus dem Hause Toyota Material Handling Europe (TMHE) im Jahr 2013, umfasste drei Serien aus der Lagertechnikreihe: die Elektroniederhubwagen BT Levio LWE und LPE sowie die Kommissionierer BT Optio OSE. Mittlerweile hat sich die Lithium-Ionen-Familie vergrössert: Hinzugekommen sind die Elektrohochhubwagen BT Staxio SPE und SWE, die Schubmaststapler der BT Reflex Serie (RRE), die Schlepper BT Movit TSE und der Traigo 48 – Toyotas erster 48 Volt Lithium-Ionen-Gegengewichtsstapler.

Die Lithium-Ionen-Batterien punkten insbesondere im Mehrschichtbetrieb. Da diese Technologie Zwischenladungen ermöglicht, sind weder Batteriewechsel noch Ersatzbatterien oder Batterieladeräume notwendig. Stattdessen können die Stapler in Pausen schnell wieder geladen werden. Damit reduzieren die Nutzer unnötige Wartungs- und Stillstandzeiten auf ein Minimum und erhöhen gleichzeitig die Produktivität im Betrieb.

Im Rahmen der CeMAT 2016, die vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Hannover stattfindet, wird TMHE unter dem Motto «New Energy Now» seine Ziele und Errungenschaften hinsichtlich neuer Energietechnologien vorstellen. Neben Produkten mit Lithium-Ionen-Antrieb wird TMHE auch weiterführende Konditionen präsentieren, welche die Einführung dieser Technologie noch komfortabler machen. Ausserdem zeigt TMHE auch die Entwicklung von Produkten mit Wasserstoff-Brennstoff-Zellen und den 1ZS-Motor für die Toyota Tonero Serie.