Eine Publikation der Binkert Medien AG
Jonas Reinhard, hosberg AG, und Martin von Matt, Toyota Material Handling : Ausgabe 09/2016, 12.09.2016

Das Gelbe vom Ei bleibt im Ei

Die hosberg AG ist seit Jahren Marktführerin in der Bio-Eier-Vermarktung. Am Standort Eschenbach investierte das Unternehmen in ein Frische- und Tiefkühllager. Die Toyota Material Handling Schweiz AG war Partner für die Umsetzung des Logistikkonzeptes.

Der Erfolg der hosberg AG auf dem Markt ist kein Zufall: Die Gründerfamilie, Alfred und Esther Reinhard, betreibt seit Jahrzehnten selber überzeugt Bio-KAG-Landwirtschaft. Seit dem Gründungsjahr 1996 konzentriert sich das Unternehmen ausschliesslich auf die Produktion und den Vertrieb von Eiern und Eiprodukten aus zertifizierten Bio-Betrieben. Mit der Haltung von hauseigenen Elterntieren, einer internen Aufzucht und einer Bio-Brüterei liegt ein grosser Teil der Produktion in den eigenen Händen. Das Lieferprogramm umfasst Frischeier, gekochte Eier, flüssige Eiprodukte, getrocknete Eiprodukte, Handelsprodukte und Dienstleistungen. Um die Kunden zeitgerecht versorgen zu können, bedarf es einer ausgeklügelten Logistik. Mit dem Neubau des Frische- und Tiefkühllagers in Eschenbach – dem ersten in der Schweiz in Holzelementbauweise – sind die Lagerkapazitäten zentralisiert worden. Er wurde Mitte Januar 2016 in Betrieb genommen. Material Handling sprach mit Jonas Reinhard, Mitglied der Geschäftsleitung und zuständig für die operative Leitung bei der hosberg AG und dem Projektverantwortlichen bei der To- yota Material Handling Schweiz AG, Martin von Matt über den Umgang mit dem fragilen Transportgut Ei.

Material Handling: Wie ist Ihr Frischelager aufgebaut?

Jonas Reinhard: Das Toyota-Shuttle-Regalsystem bietet theoretisch Platz für 144 Palettenstellplätze. Es ist für Produkte mit längerer Verweildauer bestimmt. Hinzu kommen 50 bis 60 zusätzliche Palettenplätze für die manuelle Kommissionierung.

Martin von Matt: Das Shuttle-Regalsystem wird vom Schubmaststapler bedient. Davon gibt es zwei: Ein Deichselgerät vom Typ BT Staxio mit einer maximalen Tragkraft von 1200 Kilogramm und einen Schubmaststapler BT Reflex mit einer maximalen Tragfähigkeit von 2000 Kilogramm. Der Staplerfahrer bringt das Shuttle auf die gewünschte Regalebene. Das Shuttle mit einer Tragfähigkeit von 1200 Kilogramm nimmt die Palette auf und fährt sie zum Stellplatz. Die Bedienung des Shuttles erfolgt über eine Fernsteuerung. Europaweit einzigartig und patentiert sind die nach innen geneigten Shuttlebahnen. Das Shuttle zentriert sich damit selbst.

Warum Shuttle-Technologie?

Reinhard: Wir sind ein sehr dynamisches Unternehmen mit extremem Wachstum. Das Shuttle-Regalsystem ist jederzeit erweiterbar. Wir halten uns damit für die Zukunft den Weg frei. Zudem ist der Bedarf an Grundfläche im Vergleich zu alternativen Lösungen sehr gering. Das Shuttle arbeitet auch in arktischer Kälte zuverlässig. Sollte einmal ein Defekt auftreten, ist das Fahrzeug schnell aus der Regalebene ausgeschleust. Die Eier werden beim Transport geschont.

Wie hat sich das Shuttle-Regalsystem bisher bewährt?

Reinhard: Im Sommer gibt es eine Überproduktion an Eiern. Darum konnte das Lager erstmals mit dem Shuttle richtig gefüllt werden. Wir müssen für die Weihnachts- bzw. Osterfeiertage gerüstet sein. Zu diesen Zeitpunkten ist die Produktion geringer als die Nachfrage. Ich muss sagen, das Shuttle hat seine Bewährungsprobe bestanden.

Was und wie wird im TK-Bereich gelagert?

Reinhard: Hauptsächlich Eiweiss und unsere Handelsprodukte. Im Gegensatz zum Frischelager, wo wir Regalhöhen von acht Metern haben, sind es im TK-Lager 2,50 Meter. Dort kommt zur Beschickung des Shuttle-Regalsystems speziell der Deichsel-Schubmaster BT Staxio zum Einsatz.

Material Handling: Herr von Matt, wie haben Sie die Mitarbeitenden der hosberg AG mit dem Shuttle-System vertraut gemacht?

von Matt: Es wurden hier vor Ort zwei Schulungen durchgeführt. Das System ist grundsätzlich sehr einfach aufgebaut und die Bedienung leicht verständlich. Auf der einen Seite wird eingelagert und auf der anderen ausgelagert. Zudem gibt es eine Reorganisationsfunktion, die zur Lagerverdichtung dient. Mit der Fernbedienung hat der Mitarbeitende das Shuttle jederzeit unter Kontrolle.

Wie kann der BT Reflex Schubmaststapler auf die spezifischen Anforderungen eingestellt werden?

von Matt: Die Höhen der verschiedenen Lagerebenen sind vorprogrammiert worden. Das heisst, beim Anfahren des Regals bringt der Schubmast die Gabel automatisch auf die Höhe der jeweiligen Lagerebene. Vor allem in der obersten Lagerebene ist es wichtig, die Höhe jedesmal exakt anfahren zu können.

Wie viele Eier haben Sie hier am Lager?

Reinhard: Es sind zirka 2,5 Millionen Eier, die grösstenteils in Kunststoff-Trays gelagert werden. Die BT Schubmaststapler sind sehr feinfühlig zu bedienen. Es kommt selten vor, dass Eier im Lagerprozess zu Bruch gehen.

Wie sind Sie mit der Zusammenarbeit mitder Toyota Material Handling Schweiz AG zufrieden?

Reinhard: Die Toyota-Experten haben uns bei der Umsetzung dieses Projekts bestens beraten. Zudem sind die Anlagen termingerecht voll funktionsfähig übergeben worden. Toyota ist bei uns seit Jahren auch an den anderen Standorten der Hauslieferant in Sachen Logistik. Wir sind auf eine langjährige erfolgreiche Partnerschaft fokussiert.


Info
Toyota Material Handling Schweiz AG
8153 Rümlang
Tel. 0844 869 682
Fax 043 211 20 61
info@ch.toyota-industries.eu
www.toyota-forklifts.ch



Eine Palette mit Eier-Trays wird vom Shuttle in der zweiten Lagerebene an den Lagerplatz gefahren. (Bilder: Martin Beltinger)


Der Schubmaststapler BT Reflex beim Einsetzen des Shuttles in die unterste Lagerebene und beim Auslagern einer Palette aus der obersten Lagerebene.


Jonas Reinhard und Martin von Matt: «Wir haben gemeinsam das Shuttle-Projekt erfolgreich umgesetzt.»