Eine Publikation der Binkert Medien AG
Mit dem Exoskelett von Schmalz fällt den Werkern so manches wesentlich leichter : Ausgabe 11/2017, 07.11.2017

Hebeunterstützung zum Anziehen

Im Rahmen eines Forschungsprojekts hat das Unternehmen Schmalz ein Exoskelett entwickelt, das dem Mitarbeiter beim Heben aus tiefen Lagen buchstäblich Beine macht.

Nicht selten bewegen Mitarbeiter Lasten von mehreren Tonnen pro Tag, auch wenn ein einzelnes Packstück nur wenige Kilogramm wiegt. Innovative Ansätze wie körpergetragene Hebehilfen tragen dazu bei, gesundheitliche Belastungen weiter zu reduzieren und Muskel-Skelett-Erkrankungen langfristig vorzubeugen. Bei dieser neuen Art von Mensch-Maschine-Kooperation handelt es sich um ein Leichtbaugerüst, dessen Funktionen z. B. die Stabilisierung von Rumpf und Rücken ermöglicht und die Belastung empfindlicher Körperregionen wie Handgelenk, Ellenbogen oder Schulter reduziert. Schmalz verbindet dabei die Ergonomie seiner Hebegeräte mit der aktiven körperlichen Entlastung der Gelenke durch Exoskelette. Der Fokus liegt zunächst auf der Entwicklung eines Systems zur Unterstützung der ergonomischen Bewegung beim Beugen. Das Hebens mit geradem Rücken und die Unterstützung der Kniebeuge sollen gefördert werden.. Durch die Entlastung der Beine kann die Körperhaltung aktiv korrigiert und geführt werden. Gemeinsam mit Partnern wie der TU München hat Schmalz im Forschungsprojekt «60+» wissenschaftliche und technische Aspekte eines körpernahen Lastmanipulationssystems untersucht. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Exoskeletts mit einer intuitiven Steuerung, bei dem der Nutzer die Unterstützungsgrade individuell einstellen kann. Die Hebehilfe soll für die Mitarbeiter mehr Mobilität und höhere Arbeitsgeschwindigkeit bei geringerer körperlicher Belastung bringen. Neben der Kinematik stellt das Projekt grosse Herausforderungen an die Konstruktion. Am Körper getragene Systeme müssen leicht sein sowie schnell an- und ausgezogen werden können. Darüber hinaus sollen sie dem Mitarbeiter maximale Bewegungsfreiheit ermöglichen: Die Akzeptanz des Benutzers entscheidet über den Produkterfolg. Schmalz hat seinen Prototypen zunächst für die passive Bein- unterstützung entwickelt, die in Kombination mit den Vakuum-Schlauchhebern greift. Vor allem bei häufigen Nebentätigkeiten unter Hüfthöhe unterstützt das System den Träger zusätzlich. Eine Oberkörperanbindung sorgt für die ergonomische Haltung und Entlastung bei langem Stehen. Der Mitarbeiter entscheidet selbst, wie intensiv er die Hilfe in Anspruch nehmen will. Nächster Entwicklungsschritt ist die komplette Entlastung bei wiederkehrenden Arbeiten in tiefen Positionen.


Info
Schmalz GmbH
8309 Nürensdorf
Tel. 044 888 75 25
Fax 044 888 75 29
schmalz@schmalz.ch
www.schmalz.com



Ob Hebe- oder Montagetätigkeit – Schmalz möchte Mitarbeiter bei Tätigkeiten in tiefen Lagen mit einem Exoskelett unterstützen. (Bild: Schmalz)