Eine Publikation der Binkert Medien AG
Track-and-Trace-Lösungen von Sick in den drei Paketzentren der Post : Ausgabe 11/2017, 07.11.2017

Rundumsorglos-Service im Paket

Mit rund 600 Servicemitarbeitern ist Sick weltweit ganz nah am Kunden. Markus Schmid und Matthias Wölker gehören dazu. Sie betreuen den bisher grössten Serviceauftrag für Sick in Europa: die Installation von 76 Track-and-Trace-Systemen für die Schweizerische Post.

Wenn das Tor sich öffnet, geht plötzlich alles ganz schnell im Paketzentrum in Härkingen. Ein Lkw voller Pakete und Päckchen hat eingeparkt und wird sofort entladen. Schon laufen die Förderbänder an und bringen Pakete aller Grössen und Formen ihrem Bestimmungsort ein Stückchen näher. Jedes Paket findet sich nach der Durchquerung des Labyrinths aus Förderbändern im richtigen Lkw wieder. «Ein wichtiger Faktor für die korrekte Zustellung ist die Eingangsidentifikation der ankommenden Pakete. Dabei unterstützt unsere Track-and-Trace-Lösung», erklärt Matthias Wölker.

Umbau im laufenden Betrieb

Drei Paketzentren stattet Sick für die Post mit je 23, 26 und 27 Systemen aus. Die besondere Herausforderung dabei ist der Systemwechsel im laufenden Betrieb. Über Nacht wird das alte System demontiert und das neue installiert. Am nächsten Tag haben Matthias und Markus bis 16 Uhr Zeit, das System einzurichten. «Für unseren Kunden war bei der Auftragsvergabe sehr wichtig, dass das Tagesgeschäft nicht eingeschränkt wird», erinnert sich Matthias Wölker. «Die Post verarbeitet pro Tag ca. eine Million Pakete. Da muss auch bei Baumassnahmen der reibungslose Betrieb gewährleistet werden.»

Messen, wiegen, scannen

Angesichts solcher Mengen liegt auf der Hand, dass die Post sich für eine besonders effiziente Lösung zur Eingangsidentifikation der ihr anvertrauten Pakete interessierte. «Bei unserer Track-and-trace-Lösung handelt es sich um ein sogenanntes DWS-System, das gleichzeitig mehrere Aufgaben übernimmt: In einem Schritt misst das System die Dimensionen der Pakete, wiegt sie und scannt die aufgeklebten oder aufgedruckten Barcodes», erklärt Matthias Wölker. «Dabei ist es nahezu egal, wie das Paket auf dem Band liegt. Unsere Kameras sind so installiert, dass sie die Sendungen sowohl von oben als auch seitlich erfassen.» Kleinere Sendungen werden in Kästen befördert, damit sie nicht in Lücken zwischen den Bändern und Rollen rutschen oder beschädigt werden. Die unter dem Förderband angebrachte Kamera erkennt die Förderhilfen und meldet diese an das System. Beim Wiegen wird das gespeicherte Gewicht der Förderhilfen vom Gewicht der Sendung abgezogen. Mithilfe der genauen Erfassung von Gewichts- und Volumenangaben kann die Post zum Beispiel automatisch überprüfen, ob die Pakete ausreichend frankiert sind. Über eine Ethernet-basierte Schnittstellenanbindung werden die erfassten Daten weiterverarbeitet und direkt in das IT-System der Post überführt. Zur bestmöglichen Steuerung und Wartung ist auch ein Fernzugriff auf das Track-and-trace-System möglich.

Experten vor Ort

Markus Schmid und Matthias Wölker sorgen dafür, dass alle Komponenten abends perfekt aufeinander abgestimmt in den Livebetrieb gehen. Unbeeindruckt von der Geschäftigkeit und den Paketen, die unablässig über ihre Köpfe rattern, justieren sie Kameras, Scanner und Waage. Abwechselnd sind sie vor Ort im Paketzentrum, um die Installation und Inbetriebnahme durchzuführen. Matthias Wölker ist als internationaler Servicetechniker für Sick viel unterwegs und beschreibt seinen Job als Traumberuf mit viel Verantwortung: «Ich bin gerne direkt vor Ort beim Kunden, mir gefällt die Abwechslung. Jeder Auftrag ist anders, das erfordert Flexibilität und bringt eine grosse Verantwortung mit sich. Wir Servicetechniker sind quasi das persönliche Aushängeschild des Unternehmens.» Die Herausforderungen des Jobs liegen für Matthias Wölker klar auf der Hand: «Sick bietet so viele unterschiedliche Produkte und Systemlösungen an, da muss man sich schon gut auskennen, wenn man als Spezialist beim Kunden wahrgenommen werden möchte. Ausserdem arbeiten wir meistens in engen Zeitfenstern. Da muss jeder Handgriff sitzen.»

Pro Paketzentrum sind sieben bis acht Wochen Installationszeit eingeplant. Das funktioniert nur, wenn vier Systeme in der Woche installiert werden. Ein ehrgeiziger Zeitplan, mit dem Sick die Erwartungen der Post bei der Auftragsvergabe übertreffen konnte. In Härkingen ist Markus Schmid die meiste Zeit vor Ort. Als Servicetechniker der Sick AG Schweiz betreute er die Post schon bei anderen Projekten: «Dieser Auftrag ist in seiner Grösse bisher einmalig in der Servicegeschichte von Sick in Europa. Da ist es eine besondere Ehre, in erster Reihe mit dabei zu sein. Wenn man so ein grosses Projekt zusätzlich noch auf der Basis einer bereits langjährig bestehenden Kundenbeziehung gründet, ist das natürlich besonders schön.»

Alles im Griff

Wenn Markus Schmid morgens zur Arbeit kommt, erwartet ihn das bereits montierte System. Um Zeit zu sparen, werden die Systemhalterungen von Sick vormontiert in Härkingen angeliefert, über Nacht aufgebaut und mit den einzelnen Komponenten bestückt. «Ich habe dann bis nachmittags Zeit, alle Systemkomponenten optimal aufeinander auszurichten, sodass Kameras, Scanner und Waage am Ende ein zuverlässiges Track-and-Trace-System bilden. Anschliessend sendet die Post ein Triggersignal an das System und wir prüfen gemeinsam, ob der Datentransfer funktioniert. Dann rollt auch schon der erste Lkw an und das System geht sofort in den Livebetrieb.» Am nächsten Tag zieht Markus Schmid mit seinem mobilen Büro ein Band weiter. Konzentriert kontrolliert er alle Systemeinstellungen. Wenn er die Komponenten nachjustieren muss, steigt er ohne viele Umstände auf das Band oder legt sich auch mal rücklings darunter. «Ich kenne das System mittlerweile wie meine Westentasche. Und das muss ich auch, denn mit der Installation legt der Servicetechniker ja erst den Grundstein dafür, dass ein System oder Produkt Teil einer operativen Realität wird.» Im Laufe des Tages testet und optimiert Markus Schmid mehrfach die Performance des Track-and-Trace-Systems. Dazu hat er ein «Probepäckchen» mitgebracht. Die rechteckige Holzkiste läuft, beklebt mit diversen Testetiketten, wieder und wieder über das Band. Schon nach wenigen Durchläufen ist alles abgestimmt und eingestellt. Aber in seinem Job ist Markus Schmid Perfektionist und perfekt sollen auch die Bilder der hochauflösenden Kameras sein. Also muss sich das hölzerne Päckchen wohl auch an diesem Tag noch ein paar Mal auf die Reise machen.


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Das DWS-System von Sick übernimmt gleichzeitig mehrere Aufgaben: Messen, wiegen und scannen. (Bilder: Sick)


Markus Schmid und Thomas Wölker beim Justieren eines DWS-Systems.


In den drei Paketzentren der Post stehen je 23, 26 bzw. 27 DWS-Systeme im Einsatz.