Eine Publikation der Binkert Medien AG
Automobilhersteller Audi setzt auf Batterieladetechnik von Fronius : Ausgabe 03/2017, 07.03.2017

Innovatoren unter sich

Rund 2000 elektrisch angetriebene Flurförderzeuge sorgen am Stammsitz der Audi AG im bayerischen Ingolstadt für einen effizienten und leistungsfähigen Materialfluss. Zum Laden der Antriebsbatterien setzt der Automobilhersteller seit zwei Jahren auch auf die Geräte des österreichischen Spezialisten Fronius. Mit ihrem innovativen Ri-Ladeprozess verringern diese den Stromverbrauch sowie den CO2-Ausstoss und verlängern ausserdem die Lebensdauer der Batterien.

Mehr als eine halbe Million Automobile pro Jahr, mehr als 43 000 Mitarbeiter und eine Gesamtfläche von rund 274 Hektar: Der Stammsitz der Audi AG im bayerischen Ingolstadt ist die grösste Produktionsstätte des Konzerns und das zweitgrösste Automobilwerk in Europa. Alle 30 Sekunden fährt in Ingolstadt ein Audi-Modell vom Band, das sind mehr als 2500 Autos pro Tag. Dazu gehören die Modellreihen A3, A4, A5 und Q5. Einer der wichtigsten Faktoren für den reibungslosen Betrieb des Werks ist die Logistik. Rund 2000 Flurförderzeuge sind in den Fabrikhallen im Einsatz. Die Flotte umfasst unter anderem Hoch- und Niederhubwagen, Gabel-, Schubmast- und Hochregalstapler, Kommissionierer und Routenzüge,

Leise, umweltfreundliche und flexible elektrische Antriebe

Bei seinen Flurförderzeugen setzt Audi auf elektrische Antriebe. Die batteriebetriebenen Geräte bieten im Vergleich zu Lösungen mit Verbrennungsmotoren zahlreiche Vorteile: Sie sind flexibel einsetzbar, leise, umweltfreundlich und wartungsarm. Da das Unternehmen im Drei-Schicht-Betrieb arbeitet und auf die ständige Verfügbarkeit von Staplern, Hubwagen und weiteren Flurförderzeugen angewiesen ist, sind für zahlreiche Fahrzeuge Wechselbatterien vorhanden. An mehreren Orten im Werk sind Batterieladeräume und -stationen platziert, an denen die Fahrer in nur wenigen Minuten die leere Antriebsbatterie gegen eine volle austauschen. Eine dieser Stationen befindet sich in Halle T des Güterverkehrszentrums (GVZ). In dem zweistöckigen Gebäude mit 66 000 Quadratmetern Fläche sortieren externe Firmen sowie Audi angelieferte Güter für den Produktionsprozess und stellen daraus fahrzeugspezifische Warenkörbe zusammen. Diese werden anschliessend «just in sequence», also genau in der benötigten Reihenfolge, an die Fertigungslinien geliefert. «Das Palettenlager bedienen wir mit batteriebetriebenen Staplern, den Transport in die Montage übernehmen elektrische Routenzüge», schildert Logistikplaner Ferstl. In der Ladestation der Halle T sind rund 30 Antriebsbatterien stationiert: 48- und 80-Volt-Modelle mit unterschiedlichen Kapazitäten für die verschiedenen Flurförderzeuge. Jede der Batterien ist an ein Fronius-Ladegerät vom Typ Selectiva angeschlossen. Fronius und Audi arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen. 2013 hat Fronius die neueste Generation seiner Selectiva-Geräte auf den Markt gebracht. Seitdem sind sie auch bei Audi im Einsatz. «Fronius kam bereits in der Entwicklungsphase der neuen Geräte auf uns zu und bot uns eine Zusammenarbeit an», erinnert sich Werkslogistikplaner WalterFerstl. «So konnten wir unsere konkreten Vorstellungen und Anforderungen in den Entstehungsprozess mit einfliessen lassen.» Heraus kam eine Lösung, die für die anspruchsvollen Einsatzbedingungen bei Audi geradezu prädestiniert war.

Weniger Energieverlust

Mit dem Ri-Ladeprozess verfügen die Fronius-Geräte über eine völlig neue Technologie: Anders als bei herkömmlicher Technik folgen Ladestrom und -spannung keiner fixen Kennlinie, sondern richten sich nach dem Innenwiderstand (Ri) der Batterie. Der ist von deren Alter, Temperatur und Ladezustand abhängig. «Damit ist jeder Ladevorgang individuell», erklärt Harald Scherleitner, Head of Division von Fronius Perfect Charging. «Die Vorteile: Der Energieverlust beim Laden ist wesentlich geringer, und die Erwärmung der Batterie wird auf ein Minimum reduziert.» Damit hilft die Fronius-Technologie Anwendern dabei, die Gesamtbetriebskosten für ihr Flurförderzeug-System zu senken. Audi führte zunächst Tests mit einem Prototyp der neuen Selectiva-Baureihe durch. Die Ergebnisse waren mehr als zufriedenstellend: «Der Ri-Ladeprozess senkt nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch den CO2-Ausstoss», beschreibt Ferstl. «Wir können damit einen wichtigen Beitrag zum Erreichen unserer Umweltschutzziele leisten.» Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen seiner Fertigungsstandorte drastisch zu verringern. Von 2010 bis 2018 sollen sie um 25 Prozent sinken, unter anderem durch den Einsatz neuer, effizienterer Technologien. Auch beim Handling überzeugten die Fronius-Geräte: «Sie sind wesentlich kleiner und leichter als frühere Lösungen, dadurch lassen sie sich ohne grossen Aufwand installieren, benötigen weniger Platz und sind einfach zu bedienen», bemerkt Ferstl. Auch im A4-Karosseriebau befindet sich ein grosser Laderaum mit rund 30 Selectiva-Geräten. Ferstl hebt eine weitere Stärke der Fronius-Lösung hervor: «Die neuen Ladegeräte sind flexibel für alle Batterietypen geeignet und erkennen automatisch, was für ein Modell der Fahrer anschliesst. Je nach Spannung, Kapazität und Ladezustand stellt sich die Kennlinie selbstständig ein, die Batterie wird immer optimal geladen.»

Display zeigt Weg Richtung cool Verschiedenfarbige LED auf jedem Ladegerät zeigen auf einen Blick den Zustand der angehängten Batterie an. «Orange bedeutet, dass die Ladung läuft, bei Grün ist sie vollgeladen, und blau signalisiert: Sie ist abgekühlt und damit einsatzbereit», erklärt Harald Scherleitner. Auf dem Display der Geräte können die Mitarbeiter zudem minutengenau ablesen, wie lange die jeweilige Batterie schon vollgeladen ist. «Nehmen die Fahrer immer die am längsten vollgeladene und damit kühlste Batterie, verbessert das die Auslastung des Batteriepools und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Lebenserwartung aus», berichtet der Fronius-Fachmann. Anwenderspezifische Lösungen sind eine der grossen Stärken von Fronius: «Uns ist es wichtig, nicht nur innovative Technik zu liefern, sondern diese auch optimal an die Anforderungen unserer Kunden anzupassen», betont Scherleitner. Dazu gehören auch zahlreiche Optionen wie etwa ein externer Start/Stopp-Taster, der eine Funkenbildung beim Trennen des Ladesteckers verhindert. Auch in der Staplerwerkstatt kommen die Selectiva-Geräte in Form eines mehrstöckigen Laderacks zum Einsatz. Es hat auf einer geringen Fläche Platz für drei Ladegeräte übereinander. Mit einem externen Display ausgestattet, lassen sie sich nicht nur seitlich und von vorne komfortabel ablesen und bedienen.

Auf ganzer Linie überzeugt

Mehr als 300 Selectiva-Ladegeräte hat Audi am Standort Ingolstadt mittlerweile im Einsatz. «Wir setzen nun schon seit zwei Jahren auf die Fronius-Technologie – und diese funktioniert einwandfrei», betont Walter Ferstl. «Die Fronius-Geräte haben uns dadurch auf ganzer Linie überzeugt».


Info
Fronius Schweiz AG
8153 Rümlang
Tel. 0848 Fronius (3766487)
Fax 0800 Fronius (3766487)
sales.switzerland@fronius.com
www.fronius.com/intralogistik

LogiMAT 2017: Halle 8, Stand 8C76 u. 8C79



Zum Laden der Antriebs­batterien setzt Audi auf Fronius-Batterieladegeräte vom Typ Selectiva. Der Automobilhersteller war in den Entwicklungsprozess der Geräte von Anfang an involviert. (Bilder: Audi/Fronius)


Der Stammsitz der Audi AG im bayerischen Ingolstadt ist der grösste Produktionsstandort des Audi-Konzerns und das zweitgrösste Automobilwerk in Europa.


An mehreren Orten im Werk sind Batterieladeräume und -stationen platziert, an denen die Fahrer in nur wenigen Minuten die leere Antriebsbatterie gegen eine volle austauschen können.


Rund 2000 Flurförderzeuge verschiedener Hersteller sind bei Audi rund um die Uhr im Einsatz, um eine reibungslose und effiziente Logistik sicherzustellen.


Verschiedenfarbige LED auf jedem Ladegerät zeigen auf einen Blick den Zustand der angehängten Batterie an. Orange bedeutet, dass die Ladung läuft, bei Grün ist sie vollgeladen, und blau signalisiert abgekühlt.