Eine Publikation der Binkert Medien AG
Tintenstrahldrucker von Bluhm Systeme bei Tolls in Willich : Ausgabe 03/2017, 07.03.2017

Zuverlässiger Druck trotz Kartoffelstaub

Dass es auch exotische Anwendungen von Tintenstrahldruckern gibt, zeigt dieses Anwendungs­beispiel bei der Tolls Kartoffelhandel GmbH & Co. KG in Willich/Deutschland.

«Morgens rund, mittags gestampft, abends in Scheiben, dabei will ich bleiben.» Goethe scheint Kartoffeln über alles geliebt zu haben… Noch heute sind Kartoffeln ein äusserst beliebtes, weil vielseitiges und nicht zuletzt gesundes Gemüse. Schon seit 1890 wirbelt die Tolls Kartoffelhandel GmbH & Co. KG in Willich bei der Abfüllung und Verarbeitung von Kartoffeln viel Staub auf. Eine Herausforderung für die Kennzeichnungstechnik: Wollen Industriekunden und Endverbraucher doch später erkennen können, welches Produkt sie gerade in Händen halten.

«Wir sortieren, kalibrieren, lagern und verpacken Kartoffeln für alle Verwertungsrichtungen: Dazu gehören Tafel- und Pflanzkartoffeln sowie Verarbeitungskartoffeln für die Industrie, die zu Chips oder Pommes Frites weiterverarbeitet werden», erklärt Heinz-Josef Hüsgen, Betriebsleiter bei Kartoffel Tolls. Das inhabergeführte Unternehmen hat sich auf Früh- und Speisekartoffeln für alle Verwendungsrichtungen spezialisiert. Dazu gehören Kartoffeln zum Waschen und Verpacken, zur Herstellung von Pommes Frites, Chips, Granulaten oder Stärke sowie zum Pflanzen für Handel, Landwirtschaft und Kleingärtner.

Deutlich sichtbare und abriebfeste Kennzeichnung

Ein Teil dieser Waren füllt das Unternehmen in seinen modernen Produktionsstätten am Niederrhein in unterschiedlich grosse Einheiten ab. Das reicht vom haushaltsüblichen Ein-Kilo-Beutel bis hin zum 25-Kilo-Sack. Dabei wird jedes einzelne Gebinde mit einer Kennzeichnung versehen, die Informationen über Sorte, Gewicht und Charge enthält. Die Kartoffelabsackanlage näht eine Kunststofffahne mit diesen Angaben direkt in die Verschlussnaht ein. «Für unsere Kennzeichnung gelten produktionsbedingt besondere Vorgaben: Der Druck muss trotz staubiger Umgebung deutlich sichtbar und abriebfest auf PE-Fahnen haften», erläutert Heinz-Josef Hüsgen.

Daher entschied er sich für den Markoprint-Drucker X2JET plus Touch der Bluhm Systeme GmbH aus Rheinbreitbach. Heinz-Josef Hüsgen ist von dem System überzeugt: «Neben dem beachtlichen Druckergebnis hat vor allem die einfache Bedienbarkeit den Ausschlag für den X2JET plus Touch gegeben.» Zurzeit bringt Kartoffel Tolls lediglich Textinformationen zur Produktrückverfolgung wie Namen, Daten und Chargenangaben auf seine Fahnen auf. Es besteht aber auch die Möglichkeit, verschiedene Logos und Barcodes zu drucken. «Immer häufiger fragen unsere Kunden an, ob wir die Logos bestimmter Zertifizierungen oder Gütesiegel aufdrucken können. Mit dem X2JET plus Touch ist das kein Problem: Wir können individuell auf Kundenwünsche reagieren», freut sich Heinz-Josef Hüsgen.

Höchste Auflösung für ein perfektes Druckbild

Dieses Inkjet-Drucksystem besteht aus einem Steuergerät und zwei Druckköpfen, die unabhängig voneinander angesteuert werden können. Bei Tolls werden Tintenkartuschen von Hewlett Packard eingesetzt, die mit einer Auflösung von bis zu 600 dpi drucken können. Druckkopf und Tintenpatrone bilden eine Einheit. Wird eine leere Kartusche ausgetauscht, steht damit wieder ein nagelneuer Druckkopf zur Verfügung. Um die Düsen gegen Staub und Austrocknen zu schützen, kann die Kartusche bei Nichtgebrauch manuell oder auch vollautomatisch verschlossen werden.

In die beiden Druckköpfe des X2JET plus Touch können Tintenkartuschen vier verschiedener Hersteller (Hewlett Packard, Funai, Trident und Xaar) eingesetzt werden. Je nach Patrone variiert die maximale Druckhöhe von 12,5 bis 100 Millimetern. Und auch die maximale Auflösung des Drucks hängt vom Hersteller ab: Sie schwankt zwischen 64 und 600 dpi.

Zwei Druckköpfe – variabel kombinierbar

Daraus ergeben sich unzählige Kombinationsmöglichkeiten für vielfältige Anwendungen: Sofern sie entsprechend installiert werden, können beide Köpfe zum Beispiel «gemeinsam» eine Beschriftung in einer Höhe von 25 bis hin zu 200 Millimetern drucken. Je nach Druckkopfmontage kann das System aber auch gleichzeitig verschiedene Seiten derselben Verpackung bedrucken. Alternatives Anwendungsgebiet wäre die Verpackungscodierung mit einem kleinen Druckkopf in Höhe von 12,5 Millimetern und die anschliessende Kennzeichnung der Umverpackung mit einem grossen Druckkopf in Höhe von 100 Millimetern. Bei Kartoffel Tolls werden die Schreibköpfe unabhängig voneinander an zwei verschiedenen Produktionslinien eingesetzt. Heinz-Josef Hüsgen gesteht, dass seine Schlosser schon einmal in Eigenregie eine Druckkopfhalterung gebaut haben, als eine Produktionslinie angepasst werden musste: «Plötzlich wollten wir die Daten an unserem Clip-Verschliesser kopfüber auf die Kunststoffetiketten drucken. Daher haben wir den Druckkopf kurzerhand woanders platziert – das ging problemlos.»

Thermischer Tintenstrahl hält sogar auf Kunststoff

Markoprint-Geräte mit Tinte von Hewlett Packard machen sich das Verfahren des «Thermischen Inkjet» zu nutze. Auf einen Wärmeimpuls hin strömt Tinte aus den Druckkopfdüsen. Bislang wurden bei diesem Verfahren vor allem wasserbasierte Tinten eingesetzt, die auf saugenden Oberflächen wie zum Beispiel Papier und Karton haften. Gemeinsam mit den Tintenentwicklern von Hewlett Packard hat Bluhm Systeme jedoch eine Tinte entwickelt, die ebenfalls auf «nicht saugenden» Oberflächen wie Kunststoff haftet und innerhalb von kürzester Zeit trocknet. Bei Kartoffel Tolls können die Markoprint-Drucker die PE-Folien daher problemlos abriebfest und zeitsparend bedrucken. Bislang war das Bedrucken von Oberflächen wie Kunststoff oder Metall Continuous-Inkjet-Druckern vorbehalten, die mit einem Tinten-Solvent-Gemisch arbeiten.

Abgesehen von den Druckköpfen hat auch das bedienerfreundliche Steuergerät des X2JET plus Touch Betriebsleiter Hüsgen überzeugt: Denn über ein Touchscreen lassen sich alle relevanten Parameter schnell und bequem mit Hilfe von einfachen, selbst erklärenden Symbolen einstellen. Zum Lieferumfang des Druckers gehört die Software i-design. Mit diesem Programm erstellen die Mitarbeiter von Kartoffel Tolls ihre Drucklayouts am PC und übertragen sie anschliessend mit Hilfe eines USB-Sticks auf das Steuergerät.

Netzwerkfähiges Drucksystem

Alternativ kann der Drucker auch per Ethernet direkt an alle Netzwerk-PCs angeschlossen werden. Dieser Anschluss ermöglicht nicht nur die vereinfachte Datenübertragung, sondern gleichzeitig die Kontrolle sämtlicher Druckfunktionen direkt vom Rechner aus: Die Bediener können auf einen Blick erkennen, welcher Druckkopf gerade welchen Text druckt und welche Tintenkartusche bald zur Neige geht. Würde der Drucker sogar direkt an eine ERP-Datenbank angeschlossen werden, könnte sich das System alle erforderlichen Druckinformationen allein auf Basis einer Artikelnummer aus der Datenbank ziehen und in das Drucklayout übertragen.

«Aber so weit sind wir noch nicht», erklärt Heinz-Josef Hüsgen. «Wir haben ein Layout pro Produkt im Steuergerät abgespeichert. Textwechsel oder -änderungen erledigen wir auch so sehr, sehr schnell.» Und egal, wie viel Kartoffelstaub Tolls in Zukunft noch aufwirbeln wird, der X2JET plus Touch wird sich weiterhin erfolgreich «durchkämpfen». Video via CR-Code abrufbar.


Info
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LogiMAT 2017: Halle 4, Stand 4F47



Die Markoprint-Drucker bedrucken dank einer neuen Tinte die PE-Folien abriebfest und zeitsparend. (Bild: Bluhm Systeme)