Eine Publikation der Binkert Medien AG
Reges Interesse an der Informationsveranstaltung «Sicherheit im Lager» der Jungheinrich AG : Ausgabe 07/08/2017, 21.08.2017

Sicherheit ist eine Daueraufgabe

Jeder Unfall in einem Lager ist einer zuviel. Umso wichtiger sind umfassende Massnahmen in der Unfallprävention. Arbeitssicherheit und die Pflichten des Arbeitgebers bzw. Lagerbetreibers standen im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung «Sicherheit im Lager» der Jungheinrich AG.

Angesichts von jährlich rund 75 000 Unfällen in Logistikanlagen, davon 1800 Staplerunfälle, sind Massnahmen zur Unfallprävention eine wichtige Management-Aufgabe. An einer Informationstagung von Jungheinrich Schweiz zum Thema Sicherheit im Lager erhielten die Teilnehmer wertvolle Informationen und Tipps, welche dazu beitragen, die Sicherheit im Lager zu verbessern. Michelle Baeriswyl von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) wies in ihrem Votum «Sturzprävention» daraufhin, dass der Arbeitgeber alle Massnahmen treffen muss, um Unfälle im Betrieb zu verhindern. Kann doch ein Ausfall eines Mitarbeitenden zu teils erheblichen Kosten führen. Die BFU bietet deshalb den Unternehmen umfassende Informationen (Broschüren, Flyer) über Präventivmassnahmen an, um die Information von Management und Mitarbeitenden in Sicherheitsfragen gezielt zu unterstützen.

Der Mensch im Lager

Doch wie können die Gefahrenquellen erkannt werden? Wichtig ist nach Ansicht von Arne Holland, Leiter Consulting Intralogistics, Jungheinrich AG, eine detaillierte Analyse der potentiellen Gefahrenquellen und der Massnahmen die unternommen werden müssen, um Unfälle zu vermeiden. Dazu zählt auch eine umfassende Instruktion des Personals über mögliche Gefahrenquellen und über die notwendigen Verhaltensregeln im Lager.

Ein besonderes Augenmerk wurde an der Informationsveranstaltung auch auf das Arbeiten mit Flurförderzeugen gelegt. Dabei standen wichtige Verkehrsregeln für Staplerfahrer im Vordergrund. Für den sicheren Einsatz von Staplern gelten eine Reihe wichtiger Regeln, betonte René Gloor, Staplerinstruktor. Stapler sollten grundsätzlich von Fahrern bewegt werden, die über eine entsprechende Staplerfahrer-Ausbildung verfügen und müssen vorschriftsgemäss bedient werden. Man fährt nur, wenn eine freie Sicht gewährleistet ist. Wobei die Fahrwege benutzt werden, welche für Stapler vorgesehen sind. Bevor die Last angehoben wird, muss überprüft werden ob sie genügend gesichert ist. Bevor die Last abgesetzt wird, muss der Fahrer abklären, ob der anvisierte Lagerplatz geeignet ist. Vor dem Staplereinsatz muss der Fahrer den technischen Zustand des Gerätes überprüfen um sicher zu stellen, dass der Stapler sich in einwandfreiem Zustand befindet. Zudem muss darauf geachtet werden, dass nur mit geeigneten Arbeitsmitteln gearbeitet wird. Improvisationen sind verpönt. Und schlussendlich darf der Stapler nur mit der persönlichen Schutzbekleidung betrieben werden.

Achtung Knick im Lager

Ein weiteres Problem in der Intralogistik ist die Sicherheit von Regalen die täglich von Staplern be- und entladen werden. Verursacht ein Fahrer einen Schaden am Regal, muss dies sofort dem Lagerverantwortlichen gemeldet werden. Besonders gefährlich sind verbogene Regalmasten. Diese können zum Einsturz eines Lagers führen. Zur Unfallverhütung und zu deren Schutz können sie mit farbigen Pollern markiert werden. Zentral ist, nach Ansicht von Martin Trüssel, Regalinspektor, Jungheinrich AG, eine regelmässige Lagerinspektion durch einen speziell geschulten Inspektor. Beschädigte Elemente des Lagers müssen sofort erneuert oder repariert werden, nur so ist ein sicheres Arbeiten der Lagermitarbeitenden gewährleistet.

Ein sicheres Handling ist auch im Umgang mit Batterien erforderlich. Wichtig dabei ist, betonte Dietmar Bock, GBD Accumulatoren GmbH, das Studium der Betriebsanleitung, das Tragen einer Schutzbekleidung, einer Schutzbrille und von Handschuhen.

Die Haftung des Arbeitgebers

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber laut Gesetz für die Sicherheit in seinem Unternehmen verantwortlich. Mit einem Sicherheits-Beauftragten und mit wirksamen Kontrollen über die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, kann nach Ansicht von Baujurist lic. iur. Michel Rohrer eine Basis für sicheres Arbeiten im Betrieb geschaffen werden. «Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz müssen gelebt werden», betonte Rohrer abschliessend.

Die Teilnehmenden gaben eine deutlich positive Resonanz auf die interessanten Fachvorträge. Es gelang den einzelnen Fachpersonen, die derzeit akuten Sicherheitsprobleme im Lager den Anwesenden verständlich aufzuzeigen und nicht wenige Teilnehmende erklärten denn auch, dass in einigen Bereichen in ihren Unternehmen in Bezug auf die Sicherheit noch Verbesserungspotential besteht. Die Tagung wird aufgrund des grossen Interesses am 28. September 2017 nochmals in Hirschthal durchgeführt.


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Vortrag «Arbeitssicherheit – Vorsicht Haftung» von Michel Rohrer, Jurist (lic. iur.), Unternehmer und Rechtskonsulent, Rechtskanzlei Aequitas AG. (Bilder: Jungheinrich)


Martin Trüssel, Regalinspektor der Jungheinrich AG, beim Vortrag «Regale – Lagereinrichtungen».