Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Was bei einem Industriebau besonders beachtet werden muss:: Ausgabe 07-08/2018, 20.08.2018

Form follows function

Weshalb für einen erfolgreichen Logistik- oder Produktionsbau eine umfassende Analyse des Betriebs und das Verständnis für die Prozesse fundamental sind.

Der Ursprung der Logistik liegt im militärischen Bereich, stets galt es möglichst schnell mit dem notwendigen Nachschub an den richtigen Ort zu gelangen. Dies gilt heute auch für die Wirtschaft: erfolgreiche Unternehmen legen einen Grundstein für den Wettbewerbsvorteil in ihrer Logistik. Die Geschwindigkeit und die Transparenz spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wem es gelingt, seine Abläufe und Prozesse – von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis hin zur Feinverteilung – zu beherrschen und optimal zu gestalten, ist die entscheidende Nasenlänge voraus.

Gebäude an Prozesse anpassen
Wie kreiert man nun einen Logistik-/Produktionsbau, der diesem Anspruch gerecht wird? Es beginnt mit der Erarbeitung der Grundlagen und einer umfassenden Analyse der innerbetrieblichen Prozesse, die beispielsweise anhand von Flussdiagrammen festgehalten werden. Aufgrund der Waren-, Verkehrs-, Personenströme, dem Handling sowie der gelebten Prozesse in Beschaffung, Produktion, Logistik und Vertrieb werden von innen heraus optimale Produktions- und Logistik-Layoute erarbeitet. Es gilt mit Fachwissen die optimalen Abläufe zu gestalten und mit den geeignetsten Einrichtungen das Handling zu optimieren. Das Gebäude folgt den Prozessen und somit der Funktion oder auf den Punkt gebracht: «form follows function».

Beispiel Grossbäckerei
Beim Bau einer Grossbäckerei bestimmen die Bedürfnisse und Funktionen im Produktionsprozess die einzuplanenden Maschinen und Anlagen. Aufgrund der zu produzierenden Brotsorten und -mengen werden die erforderlichen Anlagen evaluiert, sowie die gesamte Produktionslinie passend – inklusive der Zuführung von Roh-, Verpackungs- und Hilfsstoffen – entwickelt. Die gestellten Anforderungen an das Endprodukt haben einen massgeblichen Einfluss auf die Auslegung der Maschinentechnologie und damit auf die Gebäudeform. Wenn auch noch Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Herstellungsprozess ein zentrales Element darstellen, so müssen Räume teils getrennt und doch ineinander führend geplant werden.

Flexibilität ist gefragt
Ausserdem sind die Nebenräume (Labor, Sozialräume, Werkstatt, etc.) – in sinnvoller Anordnung – in die Gebäudeplanung zu integrieren. Auch die Lagerprozesse spielen für die ideale Formgebung des Gebäudes eine wichtige Rolle. Die Gebäudeform und Gebäudekonstruktion können je nach gewählter Lagervariante sowie -technik stark variieren. Somit kann erst jetzt das passende Gebäude entstehen, das optimal auf effiziente Produktionsvorgänge ausgerichtet ist.
Beim Industriebau ist viel Flexibilität in der Gebäudeplanung sowie Erfahrung und Kompetenz im wirtschaftlichen Bauen gefragt. Die Projekte unterscheiden sich zum Teil grundlegend voneinander und eine Lösung für das Gesundheitswesen, wie etwa ein Spital, bedarf anderer logistischer Ansätze und eingesetzter Techniken als zum Beispiel ein Projekt in der Lebensmittelindustrie, dem Stahlhandel/Baustoffzulieferer oder dem Stückgutumschlag. Veränderte Marktanforderungen können die Kunden im Laufe der Gebäude-Lebenszeit zwingen, multifunktional zu denken und somit verschiedene Verwendungszwecke im Gebäude abbilden zu lassen. Zum Beispiel wenn aufgrund von Sortimentsveränderung oder Losgrössen zwei kleine Maschinen anstatt einer grossen wirtschaftlicher sind, beeinflusst dies das gesamte Layout. Zum anderen ist der Lebenszyklus und somit die Abschreibungsdauer von Maschinen und Gebäuden unterschiedlich lang. Das heisst, die langlebigen Gebäude haben Bestand während der technologische Wandel bei den Maschinen und Anlagen rasant voran schreitet und die Anforderungen im Laufe der Zeit verändert. Ein weiterer Aspekt der von vielen unterschätzt wird, ist die Planung und Koordination der technischen Gebäudeausrüstung, welche ebenfalls möglichst flexibel, nachhaltig, erweiterbar, wartungsarm und wirtschaftlich erstellt werden muss. Ein standardisiertes und mehrfach bewährtes Vorgehensmodell hilft dabei. Trotzdem muss die Herangehensweise individualisiert und entsprechend für den jeweiligen Kunden flexibel erfolgen.

Schwieriger als auf der grünen Wiese
Oft sind bereits bestehende Gebäude in die Lösungsfindung zu integrieren. Damit ideale Prozesse im Bestand ermöglicht werden können, sind Umbauten, Erweiterungen oder Umnutzungen im laufenden Betrieb erforderlich. Dies stellt eine manchmal weitaus schwierigere Aufgabe dar, als auf der grünen Wiese zu planen. Trotzdem ist es auch bei Bestandsgebäuden wichtig, sich gedanklich von der Ist-Situation zu lösen und bei der Variantenerarbeitung frei – im Sinne der wirtschaftlichsten Prozesse  – zu agieren. So gilt auch hier: das Verständnis für die innerbetrieblichen Prozesse gewinnen und wie ein Maulwurf «von innen heraus» arbeiten.

W + P Kompetenzzentrum
Im Jahr 2001 gründete Maurice Weber in Wil die Firma W+P Weber und Partner AG. Kurz darauf entstand in Bern bereits eine weitere Niederlassung. 2017 konnte mit der Niederlassung in Zürich die Kundennähe weiter gestärkt werden. Mit den 70 erfahrenen Experten ist W+P inzwischen eines der führenden Unternehmen in der Konzipierung, Projektierung und Realisierung von cleveren Logistik- sowie Industriebaulösungen. Bis heute hat das Unternehmen in der Schweiz als auch im Ausland an die 300 Projekte realisiert. Weitere Infos unter wpag.ch

W+P Weber und Partner AG
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Um eine erfolgreiche Projektrealisierung zu ermöglichen, ist bereits in der Planungsphase eine umfangreiche Analyse der innerbetrieblichen Prozesse unumgänglich. (Bild: W+P)