Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Linde World of Material Handling in Mannheim: «Simplexity – The Art of Smart Solutions»: Ausgabe 07-08/2018, 20.08.2018

Intralogistik der Superlative

Rund 170 Fahrzeuge, die in vier grossen Live-Installationen, Produktshows und grosszügigen Test­arealen zum Einsatz kamen, über 250 Mitarbeiter, die mit ihrer geballten Expertise vor und hinter den Kulissen zur Verfügung standen, eine Fläche von über 13 000 Quadratmetern und knapp zwei Dutzend Aussteller – das war die World of Material Handling (WoMH) 2018.

Über eine grosse, moderne Zeltkonstruktion betraten die Besucher die World of Material Handling in Mannheim und fühlten sich gleich wie zu Hause. Denn hinter dem Eingang eröffnete sich ihnen die Welt der Intralogistik, nachgebaut auf vier gross­zügigen Live-Demonstrationsflächen und ausgestattet mit allem, was dazugehört: vom Lkw über einen See-Container bis hin zu Verpackungsrobotern und diversen (Hoch-) Regalanlagen. Die Gäste tauchten unmittelbar ein in den betrieblichen Logistikalltag und erlebten hautnah, mit welchen innovativen Lösungen, Produkten und Software-Tools sie ihren eigenen Warenumschlag optimieren und zukunftsfähig machen können. Themenspezifisch integriert waren die zahlreichen Partnerfirmen aus den Bereichen vollautomatische Lösungen, Energiesysteme, Anbaugeräte, Reifenherstellung oder Ausstattung für den Fahrerarbeitsplatz.

Zahlreiche Themendächer
Unter dem ersten Themendach «Be- und Entladung» wurden typische Konstellationen aus Wareneingang und Versand gezeigt: Lkw-Entladung und Belieferung von Geschäften auf der letzten Meile, Beladung eines Übersee-Containers sowie der Warentransport von der Rampe ins Blocklager. Im Blickpunkt standen viele Neuheiten: schmale Hubwagen und Doppelstockbelader, ein flexibel einsetzbarer, elektrischer Deichselschlepper für Lasten bis 1,3 Tonnen, die Lichtlösung LED Stripes, die optische Warneinrichtung TruckSpot sowie die Truck Call-App, mit der Fahraufträge per mobilem Endgerät erteilt werden. Handling und Lagerung von Waren in Hochregalen unterschiedlichster Höhe – darum drehte sich das Geschehen im zweiten Themenbereich «Warehouse». Ein Linde-Kombistapler fuhr im hoch aufragenden Schmalgangregal. Er war ausgestattet mit dem innovativen Assistenzsystem Active Stability Control, das Bodenunebenheiten in Millisekunden ausgleicht. An anderer Stelle erlebten die Besucher mit ihrem Tour-Guide die Funktionsweise des Safety Guards: Noch bevor der herannahende Schubmaststapler zu sehen ist, werden der Träger des Empfangsgeräts und der Fahrer optisch und akustisch gewarnt. In einer weiteren Lager-Sequenz ging es um schnelles Aus- und Einlagern von Waren. Hier präsentierten sich die neuen Fahrersitzhubwagen mit Hubhöhen bis 6,2 Metern und ausgestattet mit Lithium-Ionen-Batterie sowie dem Assistenzsystem Linde Load Management. Letzteres bewahrt den Bediener davor, die Last höher als maximal erlaubt zu heben und damit Schäden oder Verletzungen zu provozieren. Dass alle wichtigen Materialfluss-Prozesse im Lager mittlerweile mit autonomen Geräten organisiert werden können, zeigten die Linde-MATIC-Fahrzeuge. Dem dritten Themenbereich kam eine besondere Bedeutung zu, denn hier zeigten Linde und Premium-Partner Dematic gemeinsam die komplette Bandbreite an möglichen Kommissionierlösungen: von voll- über halbautomatische Systeme bis hin zu speziellen Lösungen für das manuelle Picken. Ein Teil der Fläche wurde von Robotern beherrscht. Hier hatten Personen keinen Zutritt. Es ist das Territorium der AutoStore-Lösung von Dematic – einem ultra-kompakten Lager und automatisiertem Ware-zu-Person-Kommissioniersystem – und den autonomen Flurförderzeugen Linde robotics. Gleich nebenan war das Dematic PutWall-System installiert. Um Bestellungen schneller abzuwickeln, werden die Waren auf der einen Seite der Wand gescannt und per Lichtsteuerung einem Fach zugewiesen, auf der anderen Seite erfolgen Bestell-Konfektionierung und Verpacken sowie automatisierte Nachbestellung. Vor einer anderen Regalanlage zog der semiautomatische Niederhubkommissionierer N20 OptiPick seine Bahnen. Per Armband erhält das Gerät von seinem Bediener Fahrbefehle, die es autonom ausführt und dem Mitarbeiter damit unnötige Wege zwischen Fahrzeug und Regal erspart. Ein komplettes Produktionsumfeld mit den  Fahrzeugen und Maschinen erlebten die Besucher im vierten Themenumfeld «Produktion und Transport». Gezeigt wurde, wie voll- und semiautomatische sowie manuelle Prozesse beim Transport von Waren zwischen Vormontage, Montage, Verpackungsanlagen und Versand Hand in Hand ineinandergreifen. Faszinierend war das wie von Geisterhand gesteuerte, präzise Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen autonomen Geräten und Maschinen. Vorgestellt wurden der autonome Unterfahrschlepper C-MATIC, der Schlepper P-MATIC, eine vollautomatisierte Verpackungsmaschine, ein Einarm-Knickrobotor sowie ein automatisiertes Kleinladungstransportsystem. Weitere Neuheiten gab es für den manuellen Einsatz: Doppelstock-Kommissionierer, der Elektrostapler E10 und der Trolly Supply Truck.

Intralogistik – das grosse Ganze
Linde Material Handling versteht darunter die Optimierung aller Prozesse entlang der innerbetrieblichen Wertschöpfungskette. Die angebotenen Lösungen sind vielfältig, basieren auf einer grossen Zahl modularer Produkte, Softwarelösungen und Dienstleistungen und sind immer öfter das Ergebnis individueller Beratungen, Analysen und Konzepte. Auf der World of Material Handling wurde den wachsenden Kundenanforderungen und Lösungsmöglichkeiten in Form spezieller Zonen für Vorträge und individuelle Beratungen Rechnung getragen. Vier ausgewiesene «Solution Fields» clusterten die Themenbereiche Sicherheit/Safety, Energiesysteme, Automation/Intralogistik und Digitalisierung. Was auf Messen üblicherweise nur sehr eingeschränkt möglich ist, bot die WoMH ihren Besucher gleich mehrfach: Zwei Testbereiche für Frontstapler befanden sich im Aussenbereich, ein weiterer für Lagertechnikgeräte war in einer eigenen Halle untergebracht. Und nirgendwo sonst liessen sich die ausgestellten Geräte so umfangreich selbst ausprobieren wie auf dem Maimarktgelände. Technologische Kompetenz erleben konnten die Besucher auch auf der Kartbahn. Denn nicht nur der Elektroantrieb der Karts ist «made by Linde». In bestimmten Streckenabschnitten wurde ihre Fahrgeschwindigkeit automatisch gedrosselt, geregelt über die Speedzoning-Funktion. Zudem war ein autonom fahrendes Kart mit Geo-Navigation auf der Rennstrecke zu sehen.

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In der Arena wurden die zahlreichen Themenbereiche eindrucksvoll präsentiert und von den anwesenden Spezialisten im Detail erklärt. (Bilder: Linde Material Handling)


Der Linde-Kombistapler fuhr im hoch aufragenden Schmalgangregal.