Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Diplomfeier 2018 Dipl. Logistik-Sachbearbeiter/-in bzw. Logistiker/-in mit eidg. FA in Rupperwil: Ausgabe 07-08/2018, 21.08.2018

Verdienter Lohn für Fleiss und Anstrengung

Rund 100 Gäste versammelten sich Ende Juni in Rupperswil zur Diplomfeier Logistiker/-in mit eidg. FA bzw. dipl. Logistik-Sachbearbeiter/-in. Freunde und Familien waren mit dabei, um auf den Erfolg ihrer Schützlinge anzustossen. In diesem Jahr durfte die ASFL SVBL an dieser Diplomfeier einen interessanten Gastreferenten willkommen heissen.

Den Absolventen mit Diplomabschluss Logistik-Sachbearbeiter/-in stehen Führungsaufgaben in der Logistik offen. Die Ausbildung stellte hohe Anforderungen an die Studierenden. Sie erlangten sowohl einen eigenständigen Abschluss als auch eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Berufsprüfung Logistiker mit eidg. Fachausweis.
Die erfolgreiche Berufsprüfung für Lo­gis­tiker/-innen mit eidg. Fachausweis ist ebenfalls ein eigenständiger Abschluss, der eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Höheren Fachprüfung darstellt.  
Die Diplomanden freuten sich über den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung.

Marc Bolliger von Pickwings zu Gast
Einer der Höhepunkte bei der Diplomfeier war der Besuch von Marc Bolliger von Pickwings. Er bringt über 20 Jahre Erfahrung im Transportmarkt mit. Bolliger präsentierte sich und sein Unternehmen den Absolventen. Seine Ausbildung hat er bei der Schöni Transport AG absolviert und danach wechselte er im Jahr 1998 zu der Planzer Holding in Dietikon. Zuletzt war er dort als Direktor in der Geschäftsleitung tätig bis er den Schritt in die Selbständigkeit wagte.  Heute ist er CEO & Founder von Pickwings, der digitalen Transportlösung für Firmen und Privatpersonen. Pickwings bietet seinen Transportpartnern die Möglichkeit, ihre Flotte zum Null-Tarif zu digitalisieren, um Kosten einzusparen und die Fahrzeugauslastung zu optimieren. Weiter können den Kunden zusätzliche Dienstleistungen wie Echtzeit-Sendungsverfolgung, automatisches Leergut- und Schadenmanagement und vieles mehr angeboten werden. Kostenintensiver sowie lästiger Papierkram wird dem Transporteur dabei vollumfänglich abgenommen. Dadurch können sich die Transportpartner von Pickwings auf ihr Kerngeschäft, das effiziente Transportieren, konzentrieren. Nebst der Zeitersparnis und dem unkomplizierten Handling bringt Pickwings vor allem einen weiteren grossen Vorteil mit. Das Potenzial an CO2-Einsparungen pro Jahr kann auf bis zu 400 000 Tonnen/Jahr steigen. Zum Vergleich: Eine Person verbraucht in der Schweiz pro Jahr zirka fünf Tonnen CO2. Auch die Einsparung der Transportkosten für die Warenversender lassen sich sehen und gleichzeitig steigt der Umsatz auf Touren für die Transportdienstleister. Eine optimale Win–Win-Situation. Wer weiss, vielleicht darf Pickwings in 30 Jahren ihr Jubiläum nicht nur national sondern international feiern? Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.

30 Jahre ASFL SVBL und SMI
Nach diesem interessanten Einblick in den Alltag von Pickwings ging das Wort zurück an Dr. Beat M. Duerler, Präsident der ASFL SVBL. Um sich optimal auf die Ansprache vorzubereiten, kam es ihm ganz gelegen, dass nicht nur die ASFL SVBL in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, sondern auch der SMI (Swiss Market Index). Nur wenige Monate sind die jeweiligen Gründungsdaten auseinander. Mit interessanten Punkten rund um den SMI konnte man auch gut ein wenig von der Erfolgsgeschichte der ASFL SVBL erzählen.
Die Schweiz «ist ein wettbewerbsfähiges Pflaster und wir müssen schauen, dass wir dies auch bleiben» sind die Worte von Dr. Beat M. Duerler. Unter anderem hat es der Beruf Logistiker in den letzten 30 Jahren in die Top 10 der meistgewählten Berufe von den Jugendlichen geschafft und verweilt dort mit dem Logistiker EBA hartnäckig auf dem 6. / 7. Platz und mit dem Logistiker EFZ auf dem 9. Platz.
Als Zitat wurde den Gästen zum Abschluss vom Präsidenten der ASFL SVBL folgendes mitgegeben: «Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht Wissen ist ein Ozean». Mit dieser Fortbildung ist eine weitere Etappe erreicht, jedoch ist es noch nicht das Ende. Und mit diesen Worten wurde zur Übergabe der Fachausweise und den ASFL SVBL-Diplomen übergeleitet. Anschliessend wurde der reichhaltige Apero eröffnet. Bei einem schmackhaften Bissen Schinken im Teig mit Kartoffelsalat oder einem Schluck Bier liessen die Absolventen die vergangenen Monate nochmals Revue passieren, bevor sich dann langsam aber sicher alle verabschiedeten, um in das sommerliche Wochenende zu starten.

Schweizerische Vereinigung
für die Berufsbildung in der Logistik
ASFL SVBL
5102 Rupperswil
Tel. 058 258 36 00, Fax 058 258 36 01
email@svbl.ch, www.svbl.ch



Gruppenbild der Diplomandinnen und Diplomanden. (Bilder: ASFL SVBL)


Dr. Beat M. Duerler (rechts), Präsident und Geschäftsführer der ASFL SVBL, bedankt sich bei seinem Gast Marc Bolliger von Pickwings mit einem kleinen Präsent.

Nachgefragt: Was meint der Diplomand Christof Schumacher?


Christof Schumacher erreichte mit der Note 5,7 den besten Abschluss als Logistiker mit eidg. FA.

Darf ich wissen, wie Ihre berufliche Laufbahn bis jetzt ausgesehen hat?
Ich habe eine Lehre als Automonteur gemacht und anschliessend noch die Zusatzlehre zum Automechaniker (heute Automobilassistent und Automobilmechatroniker).
Ich habe noch ein paar Jahre in der Werkstatt verbracht, für mich war bald mal klar, ich wollte noch etwas anderes machen. Per Zufall bekam ich eine Stelle im Ersatzteillager (Detailhandel). Es gefiel mir sehr, vor allem das Logistische interessierte mich immer mehr.
Irgendwann kam ich dann zum Schluss es muss wieder etwas vorwärts gehen, nach der Lehre hatte ich zuerst genug von Weiterbildung. Aber jetzt einige Jahre später wurde mir bewusst ich möchte doch noch was machen.
Leider gibt es im Autogewerbe keine Weiterbildung im Ersatzteillager, es gab also drei Möglichkeiten: Detailhandelspezialist, ganz etwas anderes oder eine Weiterbildung in der Logistik. Für mich war klar, dass es eine Weiterbildung auf einer höheren Stufe sein sollte. Logistiker FA war also die logische Schlussfolgerung. In der Zwischenzeit konnte ich die Leitung im Ersatzteillager übernehmen und dies passte somit hervorragend auch zur Ausbildung. Somit bin ich also teilweise ein Quereinsteiger.

Haben Sie mit dieser guten Note gerechnet?
Nein, es überrascht mich eigentlich sehr. Vor allem der mündliche Teil ist meiner Meinung nach nicht so gut ausgefallen und nun sehe ich, dass ich dort die beste Note gemacht habe.

Wie haben Sie das letzte Jahr empfunden?
Sehr intensiv. Ich habe zwei kleine Jungs (drei und fünf Jahre). Durch das Lernen musste ich oft auf Zeit mit meiner Familie verzichten. Zum Glück konnte ich in dieser Zeit mein Arbeitspensum auf 80% runterschrauben.

Was war das Anstrengendste?
Durchzuhalten und immer wieder die Motivation zu finden. Am Anfang ist man sehr motiviert und es ist ganz anders als damals in der Lehre. Die Dozenten und Mitschüler motivieren einen sehr. In der Mitte der Ausbildung aber hat man plötzlich an Motivation verloren und man muss sich aufraffen um zu lernen. Zum Glück ist es aber eine absehbare Zeit und so findet man die Motivation immer wieder.

Was war das Schönste?
Natürlich das Ergebnis, dass man bestanden hat.
Bei uns kam dieses gerade kurz vor Weihnachten und somit war dies eines der schönsten Weihnachtsgeschenke.
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Im Moment will ich wieder mehr das Private und die Familie geniessen. Ich kann mir gut vorstellen in ein paar Jahre den Logistiker HFP zu absolviern