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Ausgabe 01/2019, 02.04.2019

Systeme im Auge behalten – Handhabung trainieren

Autor: klk

Wenn eine Software das Ruder übernimmt, muss die Automatik mit einem schnellen Handgriff abschaltbar sein. Hat der Nutzer zuwenig Ahnung von Funktionszusammenhängen, kann das – wie bei den zwei verunglückten Boeing 737 Max zu vermuten ist – verheerende Folgen haben. In jedem Fall ist ausreichendes Training erforderlich.

Das «Manager-Magazin» kritisierte Anfang 2018 als prioritären «Sicherheits»-Mangel, dass vor allem die Toilette der Boeing 737 Max viel zu klein sei, und Fluggäste sich den Gang dorthin besser ersparen sollten. Jetzt hat sich herausgestellt, dass es wohl schlimmeres gibt. Nach bisherigen Untersuchungsergebnissen gibt es möglicherweise bei beiden Unfällen einen Zusammenhang mit fehlerhaften Sensordaten und dem Verhalten eines von Boeing für diesen «aktualisierten» Typ entworfenen «Maneuvering Characteristics Augmentation System» (MCAS) zum Schutz vor Strömungsabriss. Boeing veröffentlichte in diesen Minuten einen Brief und eine Videobotschaft von CEO Dennis Muilenburg an Airlines, Passagiere und die Luftfahrt-Community, den alle Entwickler von autonomen Systemen und Automatisierungs-Konzepten mit hoher Aufmerksamkeit verfolgen dürften. Muilenberg verspricht, aufgrund der tragischen Verluste von Ethiopian Airlines Flug 302 und Lion Air Flug 610 «gründlich und zügig» den Absturzursachen nachzugehen, um mehr aus den Informationen der Cockpit-Sprach- und Flugdatenschreiber des Flugzeugs zu erfahren. «Unser Team ist mit Ermittlern vor Ort, um die Ermittlungen zu unterstützen und technisches Fachwissen bereitzustellen».

 



Automatische Steuerungssysteme müssen redundant gestaltet sein - das gilt auch für die Sensorik. (Bild: Boeing)